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Der Weg ins Web

Der Weg ins Web - Rüstzeug für den Einstieg. Foto: © FotolEdhar - Fotolia.comGutes Praxismarketing führt heute an einem Internetauftritt nicht mehr vorbei. Sehr viele Patienten informieren sich über Erkrankungen und Therapien im WorldWideWeb und suchen gezielt nach einer Praxis. Wer noch ohne Praxishomepage ist, findet hier das Rüstzeug für den Einstieg.

 

Speicherplatz im Web

Damit eine Homepage im Web gefunden werden kann, muss sie auf einem Internetserver gespeichert werden. Neben dem Speicherplatz wird eine Internetadresse („Domain“) benötigt, unter der die Site erreicht werden kann, z. B. www.kvhb.de, sowie mindestens eine E-Mailadresse für die Praxis. All dies ist hier oder da kostenlos zu bekommen, allerdings meist mit Werbeeinblendungen oder unter der Adresse eines Telefon- oder Suchmaschinenanbieters. Weil Sie aber Ihre eigene Domain bekannt machen wollen und keinen Einfluss auf die Werbeblöcke haben: Finger weg davon! Es empfiehlt sich, Ausschau nach einem Internetprovider zu halten, der die notwendigen Dinge im so genannten„Webhostingpaket“ anbietet. Weil Preise und Pakete von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sind, lohnt sich ein Vergleich. Tipp: Suchen Sie doch mal in der Suchmaschine Google nach „Webhosting“.

 

Wer lieber ganz die Finger von allem Technischen lassen möchte, kann eine Agentur einschalten, die den gesamten Webauftritt konzipiert. Anbieter gibt es im Branchenbuch in Hülle und Fülle.

 

Der perfekte Plan

Egal, ob Sie die Homepage selbst erstellen oder eine Agentur damit beauftragen: Das Projekt ist Chefsache und muss gut geplant werden. Schließlich ist die Site das digitale Aushängeschild der Praxis. Und dieses muss gleich beim ersten Klick überzeugen. Denn hat ein User die Homepage erst einmal geöffnet, entscheidet er binnen Sekunden, ob er bleibt oder doch lieber zu anderen Angeboten surft.


Die konzeptionelle Planung beginnt mit der Frage, was mit der Homepage erreicht werden soll und welche Inhalte notwendig sind. Am einfachsten geht es in alt bewährter Form, nämlich unstrukturiert mit Bleistift und Papier. Machen Sie sich Gedanken, welche Botschaften Sie transportieren wollen und welche Angebote Sie machen können. Schauen Sie einfach auf den Internetseiten von Kollegen vorbei, um sich zu orientieren. Notieren Sie dann Punkt für Punkt, was für Sie wichtig ist.

 

Intuitiv zum Ziel

Stehen die Inhalte fest, wird die Navigation erstellt. Hierunter versteht man Menüpunkte, die angeklickt werden können. Die große Herausforderung besteht darin, schlüssige Begriffe für die Rubriken zu finden. Schließlich soll der User die Homepage intuitiv bedienen können und nicht lange nach Inhalten suchen müssen. Das Stichwort heißt „Usability“ - eine einfache und transparente Navigation und klare Strukturierung der Inhalte.

 

Interaktiv gegen Langeweile

Hat ein Patient die Homepage gefunden, soll er auch wiederkommen. Findet er aber bei jedem Besuch die gleichen Texte und Fotos und hat auch sonst keinen aktiven Nutzen von dem Angebot, ist er gelangweilt. Darum gilt es, einen Mehrwert zu schaffen. Interaktive Elemente, Online-Rezeptbestellung, Online-Terminreservierung, Newsletter oder aktuelle Themen könnten die Lösung sein. An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass die Pflege einer Seite „Aktuelles“ mit einem nicht zu verachtenden Aufwand verbunden ist. Denn alte Beiträge schaden mehr, als das sie nutzen.

Ob auf der Homepage so genannte „Plugins“, z. B. Macromedia Flash, eingebunden werden sollen, ist Geschmackssache. Gut gemachte Effekte und Filme lockern eine Internetseite auf und können gezielte Informationen vermitteln. Fraglich ist aber, ob der User glücklich ist, wenn er bei jedem Besuch ein „Intro“ anschauen oder wegklicken muss. Bei den meisten Plugins wird eine Software benötigt, die auf dem Rechner des Betrachters vorhanden sein muss, z. B. Flash-Player.

 

Klares Layout und Inhalt

Die Erstellung des Layouts beginnt oft mit einem„Scribble“: Mit Bleistift wird auf Papier gekritzelt, ein Platz für Navigation, Logo, Bilder und Texte gefunden. Danach kommt ein Layoutprogramm zum Einsatz. Ein etwaiges Logo wird eingebunden und die Seite im Farbkonzept der Praxis gestaltet. Auch hier gilt: Weniger ist oft mehr.

Weil das Lesen am Monitor schwieriger ist als vom Papier, sollte auf eine gute Gliederung der Texte geachtet werden. Überschriften und Absätze helfen bei der Orientierung. Kurze und leicht verständliche Sätze sind von großer Bedeutung. Insbesondere bei medizinischen Beiträgen sollte auf „fachchinesisch“ verzichtet und Fachbegriffe erklärt werden.

 

Blickfang Nummer Eins auf jeder Homepage sind Fotos. Sie bringen eine persönliche Note auf die Seiten und lockern das Angebot auf. Ein absolutes „No-Go“ aber sind private Schnappschüsse. Weil mit der Qualität der Bilder die gesamte Optik des Internetauftritts steht oder fällt, sollten Portraits und Praxisbilder möglichst vom Fachmann erstellt werden. Stimmungsbilder können in Internetshops gekauft werden.

Tipp: Kopieren Sie niemals Bilder aus dem Internet oder Büchern, um diese für die eigene Homepage zu verwenden. Bei Urheberrechtsverletzungen drohen empfindliche Strafen. Gleiches gilt übrigens auch für Texte und Dateien.


Welche Inhalte auf die Homepage dürfen, geben die Berufsordnung für Ärzte und das Heilmittelwerbegesetz vor. Telemediengesetz und Rundfunkstaatsvertrag regeln die Aufgaben der Diensteanbieter im Internet. Danach ist ein Impressum Pflicht, siehe unten. In einer
Datenschutzerklärung gibt der Betreiber einer Homepage an, wie mit gespeicherten personenbezogenen Daten umgegangen wird. Ein Muster, wie eine Datenschutzerklärung aussehen könnte, finden Sie in der Externer Verweis „Checkliste für die gute medizinische Website“ der Ärztekammer Niedersachsen. Dort können Sie auch nachlesen, was auf eine Praxishomepage darf oder auch nicht.

 

Der Weg ins Web

Damit die Homepage mit einem „Browser“ aus dem Internet geladen werden kann, muss sie entsprechend programmiert werden. Auch HTML-Unkundige haben gute Chancen, es alleine zu schaffen. Denn es gibt Editoren, die Eingaben automatisch ins HTML übersetzen. Für (größere) Homepages eignet sich der Einsatz eines„Content Management Systems“, bei dem lediglich bestimmte Bereiche (z. B. Texte) für Veränderungen freigegeben werden. So können Nicht-Fachkundige die Seiten selbst pflegen ohne Gefahr zu laufen, wichtige Elemente zu zerstören.

 

Praxis ist ON

Nachdem Sie die Dateien auf dem Internetserver hochgeladen haben, können Sie Ihre Internetseite bekannt machen bei Suchmaschienen, im Ärztenavigator, auf Visitenkarten und Briefpapier. Tipp: Nach einigen Wochen lohnt sich ein Blick in die Besucherstatistik. Hier erfahren Sie u. a., wie viele Besucher auf Ihrer Homepage waren und wie häufig die jeweiligen Seiten aufgerufen wurden. So finden Sie heraus, auf welche Inhalte es Ihre Besucher absehen haben und ob Ihr Einstieg ins WorldWideWeb ein Erfolg war.

 

Impressum ist Pflicht

Auf jede Homepage gehört ein Impressum, das bestimmte Pflichtangaben enthalten muss. Nach dem Telemediengesetz handelt ordnungswidrig, wer vorsätzlich oder fahrlässig diese Information nicht, nicht richtig oder nicht vollständig verfügbar hält. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Was ins Impressum gehört finden Sie hier:

 

Telemediengesetz (TMG) und Rundfunkstaatsvertrag (RStV) definieren die Aufgaben der Diensteanbieter im Internet. Praxiswebsites müssen „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ sein und müssen Pflichtangaben enthalten, die sinnvoller Weise in einem, als Impressum benannten Menüpunkt zusammengeführt werden:

  1. Den Namen und die ladungsfähige Anschrift, unter der Sie niedergelassen sind, bei
    juristischen Personen zusätzlich den Vertretungsberechtigten,
  2. Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation mit Ihnen ermöglichen, einschließlich der Adresse der elektronischen Post (E-Mail-Adresse),
  3. soweit der Dienst im Rahmen einer Tätigkeit angeboten oder erbracht wird, die der
    behördlichen Zulassung bedarf, Angaben zur zuständigen Aufsichtsbehörde (Kassenärztliche Vereinigung Bremen),
  4. das Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister, in das Sie eingetragen sind, und die entsprechende Registernummer,
  5. soweit der Dienst in Ausübung eines Berufs (...) angeboten oder erbracht wird, Angaben
    über
    a. die Kammer, welcher die Diensteanbieter angehören (Ärztekammer Bremen),
    b. die gesetzliche Berufsbezeichnung (Arzt) und den Staat, in dem die Berufsbezeichnung
    verliehen worden ist,
    c. die Bezeichnung der berufsrechtlichen Regelungen (Berufsordnung der Ärztekammer
    Bremen) und dazu, wie diese zugänglich sind (www.aekhb.de),
  6. in Fällen, in denen Sie eine Umsatzsteueridentifikationsnummer nach § 27a des Umsatzsteuergesetzes oder eine Wirtschafts-Identifikationsnummer nach § 139c der Abgabenordnung besitzen, die Angabe dieser Nummer.

 

Möchten Sie das Impressum Ihrer Praxishomepage prüfen lassen, dann helfen wir Ihnen gerne weiter. Senden Sie Ihre Internetadresse bitte an: Christoph Maaß (Ass. jur.) E-Mail: c.maass@kvhb.de

 

Wie soll die Praxishomepage heißen?

Grundsätzlich gilt bei der Wahl der Internetadresse das Prioritätsprinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Und weil kein Patient in einer Suchmaschine „Arzt Meier“ einträgt, wenn er ihn nicht bereits kennt, ist die Kombination Gattungsbegriff- Ortsname (www.hausarzt-bremen.de) besonders beliebt. Diese Kombination wurde durch die Rechtsprechung im Jahr 2008 abgesegnet. Immer noch mit Vorsicht zu genießen, sind Internetadressen, die ein gewisse Spitzenstellung suggerieren. Das kann relativ schnell passieren, in dem beispielsweise ein bestimmter Artikel vorangestellt wird (www.der-hausarzt-bremen.de). Vor solchen Kombinationen lieber die Hände lassen!

 

 

Kontakt

 

 

 

 

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