Ab 1. Oktober: Für die häusliche Krankenpflege gilt ein neues Formular

07.09.2020 | 

Ab dem 1. Oktober muss eine neue Version des Muster 12 zur Verordnung der häuslichen Krankenpflege verwendet werden. Neben Änderungen bei der Wundversorgung ist als neue Leistung der Behandlungspflege auch die interstitielle Glukosemessung aufgenommen.

Zur Wundversorgung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege haben wir bereits berichtet ( Landesrundschreiben April 2020, S. 24). Dazu noch folgende Hinweise:

  • Bei der Verordnung von Leistungen der Nummern 12 „Positionswechsel zur Dekubitusbehandlung“, 31 „Wundversorgung einer akuten Wunde“ sowie 31a „Wundversorgung einer chronischen und schwer heilenden Wunde“ sind die Leistungsbeschreibungen und Bemerkungen des entsprechend nummerierten Leistungsverzeichnisses der HKP-Richtlinie zu beachten.
  • Aus der ärztlichen Verordnung müssen die einzelnen anzuwendenden Präparate und Verbandmaterialien hervorgehen. Ebenso sind die dazugehörige Dauer und Häufigkeit der anzuwendenden Präparate in der Zeile „Präparate, Verbandmaterialien“ anzugeben. Da hier nicht viel Raum ist, können die Angaben zu den Präparaten sowie zur Wunddokumentation alternativ auf einem gesonderten Dokument als Anlage erfolgen.
  • Das Ziel ist, dass die Wundversorgung in der Häuslichkeit erfolgt. Kann die Versorgung einer chronischen und schwer heilenden Wunde aufgrund der Komplexität der Wundversorgung oder den Gegebenheiten in der Häuslichkeit voraussichtlich nicht im Haushalt des Patienten erfolgen und ist eine Versorgung in spezialisierten Einrichtungen außerhalb der Häuslichkeit notwendig, ist dies auf der Verordnung unter „Weitere Hinweise“ anzugeben.
  • Auf dem Muster 12 wurden die Felder zur Verordnung von pflegerischen Leistungen zur Wundversorgung umstrukturiert. Zukünftig ist zudem die „Wundart“ anzugeben, und es erfolgt nunmehr eine Differenzierung zwischen akuter und chronischer Wunde. Auch ist eine neue Leistung „Positionswechsel zur Dekubitusbehandlung“ hinzugekommen.
  • Neu ist, dass neben der Lokalisation, der aktuellen Größe (Länge, Breite, Tiefe) sowie dem aktuellen Grad (bei einem Dekubitus) nun auch die Wundart aus der Verordnung hervorgehen muss. Es ist demnach anzugeben, ob es sich beispielsweise um eine Schnitt- oder Stichwunde beziehungsweise ein venöses oder arterielles Ulcus cruris handelt.
  • Verordnet werden kann die Wundversorgung bei einer akuten sowie einer chronischen und schwer heilenden Wunde. Die Differenzierung zwischen akuten sowie chronischen und schwer heilenden Wunden ist erforderlich, um den unterschiedlichen Anforderungen an die Wundversorgung gerecht zu werden. Auf der Verordnung ist dies entsprechend anzukreuzen.
  • Eine „akute Wunde“ tritt nach Verletzung der Hautoberfläche unterschiedlicher Tiefenausprägung auf und heilt voraussichtlich innerhalb von maximal 12 Wochen komplikationslos ab.
  • Unter „chronischer und schwer heilender Wunde“ wird eine Wunde verstanden, die voraussichtlich nicht komplikationslos innerhalb von maximal 12 Wochen unter fachgerechter Therapie abheilt, beispielsweise ein Diabetisches Fußsyndrom, ein Dekubitus oder ein Ulcus Cruris.
  • Liegt ein Dekubitus vor (ab Dekubitus Grad 1), ist eine fachgerechte Lagerung erforderlich. In diesem Fall kann die Leistung „Positionswechsel zur Dekubitusbehandlung“ verordnet werden, sofern keine im Haushalt lebende Person diese übernehmen beziehungsweise durch
  • die Verordnung der Leistung „Anleitung zur Behandlungspflege“ befähigt werden kann. Vor der Verordnung ist außerdem zu prüfen, ob die Lagerung durch Hilfsmittel unterstützt werden kann. Die bereits vorhandene technische Ausstattung oder vorhandene Hilfsmittel zur Druckentlastung sind – soweit bekannt – auf der Verordnung zu nennen.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen (s. Richtlinie) kann jetzt auch die interstitielle Glukosemessung mit Real- Time-Messgeräten als Leistung der Behandlungspflege verordnet werden. Dazu wurde im Leistungsverzeichnis der HKP-Richtlinie die neue Nummer 11a aufgenommen. Bisher war nur die Blutzuckermessung im kapillaren Blut verordnungsfähig.
  • In der Nummer 11 „Blutzuckermessung“ ist die Angabe zur Dauer der Verordnung klarstellend konkretisiert: Die Regelung bezieht sich nur auf die Erst- und Neueinstellung.
  • Mit 60 Minuten ist jetzt auch die Dauer einer Behandlungseinheit in der psychiatrischen häuslichen Krankenpflege festgelegt. Neben der Dauer können jetzt laut Richtlinie auch Therapieeinheiten in kleinere Zeiteinheiten maßnahmenbezogen aufgeteilt werden.
  • Die genannten Nummerierungen beziehen sich auf das Leistungsverzeichnis der Häuslichen Krankenpflege- Richtlinie (www.g-ba.de). Das Verzeichnis ist eine Anlage zur Richtlinie und wie folgt gegliedert: Leistungsbeschreibung, Bemerkungen, Dauer- u. Häufigkeit.
  • Die Nummern 1 bis 6 regeln die Verordnung von Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung. In Nummer 7 bis 31d finden sich die Regelungen zur Behandlungspflege. Grundlegende Informationen zur häuslichen Krankenpflege sind online (PDF) abrufbar.

 

Formular