Anfragen von Krankenkassen

Vertragsärzte und Psychotherapeuten sind berechtigt und auch verpflichtet, ärztliche Bescheinigungen auszustellen und Berichte zu erstellen, die die Krankenkasse oder der Medizinische Dienst (MDK) für ihre gesetzlichen Aufgaben benötigen (§ 73 Abs. 2 Nr. 9 SGB V). Für Auskunftsersuchen von Krankenkassen und MDK gibt es vereinbarte Vordrucke.

 

Auskünfte auf vereinbarten Vordrucken

  • Für Auskünfte des Arztes gegenüber Krankenkassen sind grundsätzlich die Vordrucke zu verwenden.
  • Anfragen von Krankenkassen auf vereinbarten Vordrucken müssen beantwortet werden.

Auskünfte auf nicht vereinbarten Vordrucken

  • Auskünfte, Bescheinigungen, Zeugnisse, Berichte und Gutachten dürfen von Krankenkassen ausnahmsweise auf nicht vereinbarten Vordrucken angefordert werden.
  • Krankenkassen müssen eine Rechtsgrundlage für die Auskunftspflicht angeben.
  • Geht die Anfrage der Krankenkasse über ein einfaches Auskunftsbegehren hinaus und besteht kein Vordruck nach der Vordruckvereinbarung, muss der Arzt die Auskunft verweigern.

Auskunftspflicht

  • Krankenkassen stellen häufig Anfragen zur Arbeitsunfähigkeit und ergänzen die vereinbarten Vordrucke durch zusätzliche Fragestellungen. Darüber hinaus fordern Krankenkassen häufig Befund-, Arzt- oder Krankenhausentlassungsberichte an über
    • die derzeitige Behandlung des Patienten/Erbringung von Leistungen, insbesondere zur Prüfung von Voraussetzungen, Art und Umfang der Leistung,
    • Rehabilitationsmaßnahmen oder
    • Ursachen der Arbeitsunfähigkeit und Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit.
  • Der Arzt kann die Auskunft verweigern, es sei denn, der Patient stimmt der Informationsweitergabe zu.
  • Stimmt der Patient nicht zu, muss der Arzt die Auskunft an die Krankenkasse verweigern mit dem Hinweis, dass eine Auskunftspflicht nur gegenüber dem MDK besteht.
  • Ebenfalls wird es als zulässig erachtet, die Unterlagen in einem verschlossenen Umschlag an die Krankenkasse zu übersenden mit dem Hinweis „Nur vom MDK zu öffnen“.

Vergütung - vereinbarte Vordrucke

  • GOP 01610 bis 01623 des EBM (steht auf Vordruck)
  • Vordruck ohne Aufdruck einer GOP = Auskunftserteilung gegen Erstattung der Auslagen

Vergütung - nicht vereinbarte Vordrucke

  • Die Krankenkasse muss angeben, nach welcher GOP abgerechnet werden kann.
  • Wenn die Angabe fehlt, Abrechnung noch GOP 99181 (7,50 €) bei AOK und Ersatzkassen.
  • Bei anderen Kassen Rechnung an Kasse.

 

 

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