Anpassungen in der Onkologie-Vereinbarung treten in Kraft

20.01.2020 |

Neuer Ausschluss bei den Kostenpauschalen

Ab 1. Januar 2020 können die Kostenpauschalen 86518 (Palliativversorgung) und 86520 (orale Tumortherapie) im Behandlungsfall nicht mehr nebeneinander abgerechnet werden.

Grund dafür ist, dass die Berechnung der Kostenpauschale 86518 den Abschluss einer Tumortherapie voraussetzt und auch für die Kostenpauschale 86516 (intravenöse/intraarterielle Tumortherapie) die Berechnung der Kostenpauschale 86518 im gleichen Behandlungsfall ausgeschlossen ist.

Ersatz des Begriffs „zytostatische Tumortherapie“

Die Onkologie-Vereinbarung wird zudem an den Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik angepasst. In der gesamten Vereinbarung wird der Begriff „zytostatische Tumortherapie“ durch „medikamentöse Tumortherapie“ ersetzt und eine entsprechende Definition aufgenommen.

Die medikamentöse Tumortherapie umfasst neben unspezifisch zytostatisch wirksamen Medikamenten auch neue Medikamente, die zum Beispiel
gezielt bestimmte Stoffwechselschritte blockieren, die für das Tumorzellwachstum wichtig sind oder Mechanismen auslösen, die Tumorzellen immunologisch angreifbar machen.

Gleichzeitig wurde klargestellt, dass Therapien mit ausschließlich hormonell beziehungsweise antihormonell wirksamen Medikamenten  (ATC-Klasse L02-Endokrine Therapie, z. B. Tamoxifen) nicht zur medikamentösen Tumortherapie zählen und damit nicht zur Berechnung der Kostenpauschalen berechtigen.

Weitere Anpassungen und Fristverlängerungen

Die Facharztbezeichnungen für die Hämatologen/Onkologen werden an die aktuelle Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer angeglichen. Es wird eine Regelung zum Bestandsschutz der bisherigen Bezeichnungen aufgenommen.

Die Fristen in § 6 Absatz 7 und Anhang 1 Satz 3 (EDV-Dokumentation) sowie in den Protokollnotizen zum Anhang 2 (Erstellung einer Medikamentenliste für die Kostenpauschale 86516) werden jeweils um ein weiteres Jahr verlängert. Die Frist in der Protokollnotiz, die eine Seite 2 von 2 Überprüfung der Bewertung der Kostenpauschale 86520 bis zum 30. Juni 2020 vorsieht, bleibt bestehen.

Der Wortlaut „intravenös und/oder intraarteriell“ wird zur Vereinheitlichung in „intravasal“ geändert und klargestellt, dass mit „intravasal“ auch „intravenös“ beziehungsweise „intraarteriell“ gemeint ist.