Apotheken müssen verstärkt Rücksprache halten

07.08.2019 |

Es ist ab sofort damit zu rechnen, dass Apotheken bei Liefereinschränkungen die Auswahl des Arzneimittels vermehrt mit der Arztpraxis besprechen. Die Rücksprache mit dem Vertragsarzt ist das Ergebnis neuer Abgabebestimmungen, die zum 1. Juli 2019 bundesweit im Rahmenvertrag  zwischen Krankenkassen und Apotheken vereinbart wurden. Der Vertragsarzt nimmt die Information der Apotheke lediglich entgegen. Die Ausstellung einer neuen Verordnung für das lieferbare Medikament oder eine Ergänzung des ausgestellten Rezeptes (z.B. aut-idem-Kreuz) darf nicht verlangt werden. Ein persönliches Gegenzeichnen durch den Arzt ist nicht mehr erforderlich.

Auch nach dem 1. Juli 2019 ist vorrangig ein rabattiertes Arzneimittel von der Apotheke abzugeben. Gibt es keinen Rabattvertrag oder ist das Rabattpräparat nicht lieferbar, ist im generischen Markt eines der vier preisgünstigsten Präparate von der Apotheke zu wählen. Das abzugebende Arzneimittel darf nach dem Rahmenvertrag dabei jedoch nicht teurer als das verordnete sein (Stichwort „Preisanker“). Ist nach den neuen Abgaberegelungen ein Überschreiten dieses Preisankers erforderlich, wird sich die Apotheke mit der Arztpraxis in Verbindung setzen und die Rücksprache auf dem Rezept dokumentieren.  Krankenkassen und Apotheker-Verbände empfehlen vor diesem Hintergrund derzeit eine reine Wirkstoffverordnung.

Die KBV setzt sich bereits u.a. dafür ein, dass Krankenkassen und Apotheken hier Abgaberegelungen ohne Einbeziehung der Arztpraxen finden. Fest steht bereits, dass die Vertragsärzte in den beschriebenen Fällen die Verordnungen nicht ergänzen oder neu ausstellen müssen.