Arbeitsunfähigkeit auch per Video feststellbar

12.10.2020 |

Die Arbeitsunfähigkeit (AU) kann ab sofort auch per Video festgestellt werden. Das Verfahren ist aber an Bedingungen geknüpft. Der Patient muss aus früherer Behandlung persönlich bekannt sein, außerdem muss die Erkrankung aus ärztlicher Sicht in einer Videosprechstunde untersuchbar sein. Die Feststellung der AU per Video ist somit für Patienten kein selbstverständlicher Anspruch.

Nach einer Videosprechstunde darf eine Erstbescheinigung (Muster 1) zudem nur für maximal sieben Kalendertage ausgestellt werden. Bei fortgesetzter AU muss der Patient die Praxis persönlich aufsuchen.

Für den Fall einer Folgebescheinigung per Video gilt, dass diese zulässig ist, wenn bereits zuvor aufgrund unmittelbar persönlicher Untersuchung Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit festgestellt wurde. Patienten können die Folgebescheinigungen dann auch für längere Zeiträume erhalten.

Die Änderung der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie geht auf die Neuregelungen zur Fernbehandlung zurück (keine spezielle Corona-Regelung). Die Bescheinigung der AU aus Basis einer Chat-Befragung oder eines Online-Fragebogens ist weiterhin ausgeschlossen. Die AU-Richtlinie finden Sie auf der Homepage des Gemeinsamen Bundesausschuss (www.g-ba.de).