Bei nicht einlesbaren G1-Karten Ersatzverfahren anwenden

29.09.2017 |

Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der GKV haben sich kurzfristig auf eine Ausnahmeregelung bei der Handhabung der nicht mehr gültigen eGK der Generation 1 (G1) geeinigt. Demnach können Praxen sofort das Ersatzverfahren anwenden.

Durch diese Regelung bekommen Ärzte ihr Geld wie gewohnt und müssen ihre Leistungen dem Patienten nicht privat in Rechnung stellen. Der GKV-Spitzenverband hat die Zusage gegeben, dass die betroffenen Ärzte und Psychotherapeuten die Leistungen mittels Ersatzverfahren auch dann abrechnen können, wenn der Patient bis Ende des Quartals keine neue eGK vorlegt.

Für Verwirrung hatte gesorgt, dass die nicht mehr einlesbaren eGK der Generation 1 sich optisch nicht von den Karten des Typs 1plus unterscheiden. Letztere können problemlos von der Praxis-EDV eingelesen werden.

Wenn die Praxisverwaltungssystem Versichertenkarten ablehnt, ist dieses Verfahren empfohlen:

  • Fragen Sie zunächst den Patienten, ob er von seiner Krankenkasse bereits eine neue Karte erhalten und vielleicht nur aus Versehen die alte Karte vorgelegt hat. Anderenfalls sollte sich der Patient schnellstens an seine Kasse wenden.
  • Kann der Patient keine neue Karte vorlegen, wendet die Praxis das Ersatzverfahren an. Dazu pflegen sie die Daten des Versicherten, also Name, Vorname und Geburtsdatum, Bezeichnung der Krankenkasse, Versichertenart, Postleitzahl und nach Möglichkeit auch die Krankenversichertennummer, manuell in das Praxisverwaltungssystem ein oder übernehmen die Daten aus dem Patientenstamm. Bitte tragen Sie in ihrem Praxisverwaltungssystem in der Feldkennung 5009 (Begründungstext) den Text "G1-Karte" ein.
  • Anschließend bestätigt der Patient auf dem Abrechnungsschein (Vordruck 5), dass er bei der genannten Krankenkasse versichert ist. Sollte er bis Ende des Quartals keine neue Karte vorlegen, können die Leistungen nach Angaben des GKVSpitzenverbandes mittels Ersatzverfahren trotzdem abgerechnet werden.