Berechnungsfähigkeit bei Inter- und Transsexualität im EBM präzisiert

30.11.2020 |

Um Leistungen bei Intersexualität und Transsexualität abrechnen zu können, bei denen die Geschlechtszuordnung abrechnungsbestimmend ist, werden zum 1. Januar 2021 die Allgemeinen Bestimmungen 4.2.1 im EBM angepasst und ergänzt. Neu geordnet wird dabei die Präambel für die Berechnungsfähigkeit von Gebührenordnungspositionen (GOP) ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt, die nicht auf ein Geschlecht beschränkt sind, deren Anspruchszeitpunkt sich aber auf Geschlecht und Alter beziehen.

GOP 01741 (Koloskopischer Komplex) als Beispiel für geschlechts- und altersspezifische Leistungen ohne geschlechtsorganbezogenen Inhalt: Für die Berechnungsfähigkeit dieser GOP bei Intersexualität oder Transsexualität ist die in der jeweiligen Richtlinie (z. B. Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme) aufgeführte niedrigere Altersgrenze ausschlaggebend (z. B. ab einem Alter von 50 Jahren).

Zudem ist die Angabe des ICD-10-Kodes für Intersexualität und Transsexualität anzugeben, sofern die personenstandsrechtliche Geschlechtszuordnung nicht dem anspruchsberechtigten Geschlecht für die Leistung beziehungsweise nicht dem anspruchsberechtigten Geschlecht mit der niedrigeren Altersgrenze entspricht. Die Angabe einer medizinischen Begründung wurde gestrichen. Bei Vorliegen der Kennzeichnung "X" für das unbestimmte Geschlecht oder der Kennzeichnung „D“ für das diverse Geschlecht auf der elektronischen Gesundheitskarte ist keine kodierte Zusatzkennzeichnung anzugeben.