Bilanz 2018: Terminservicestelle vermittelt fast 3.500 Termine

04.03.2019 |

Rund 3.500 vermittelte Termine im Vorjahr, im Schnitt 66 pro Woche: Die Terminservicestelle hat sich zu einer nennenswerten Anlaufstelle für Patienten entwickelt. Und sie wird es noch mehr, sobald das Terminservicegesetz kommt. Wir ziehen eine Zwischenbilanz.

Vermittelte Termine 2018 und 2017

  2018 2017 +/-
Anästhesiologie/Schmerztherapie 0 1 -100%
Augenheilkunde 56 31 +81%
Endokrinologie/Diabetologie 0 13 -100%
Frauenheilkunde 33 19 +74%
Gastroenterologie 120 134 -10%
Gefäßchirurgie 0 1 -100%
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde 3 3 0%
Haut- und Geschlechtskrankheiten 79 35 +126%
Kardiologie 106 110 -4%
Nervenheilkunde/Neurologie und Psychiatrie 453 178 +154%
Neurologie 388 466 -17%
Nuklearmedizin 7 14 -50%
Orthopädie (und Unfallchirurgie) 22 8 +175%
Probatorik 3 / /
PT Akutbehandlung 47 37 +27%
^PT Sprechstunde 1.790 1.080 + 66%
Pneumologie 112 90 +24%
Radiologie 73 60 +22%
Rheumatologie 129 104 +24%
weitere Fachgruppen 14 9 +56%
Summe 3.435 2.393 + 44%

Die Terminservicestellen haben seit 2016 einen großen Wandel in der Angebotsvielfalt und Patientenwahrnehmung erfahren. Mit Inkrafttreten des Terminserviceund Versorgungsgesetz (TSVG) wird der Leistungsumfang der Terminservicestellen erneut reformiert und deutlich ausgebaut.
Die Terminservicestellen sind im Rahmen des Versorgungsstärkungsgesetzes im Januar 2016 eingeführt worden.

Zielsetzung des Gesetzgebers war dabei die zeitnahe Vermittlung von Patienten mit dringlichem Behandlungsbedarf an einen Facharzt einer spezifischen Fachrichtung. Dabei wurden anfänglich über diesen Dienst der Kassenärztlichen Vereinigungen grundsätzlich nur als „dringend“ – also mit Überweisungscode – gekennzeichnete Überweisungen für Fachärzte über diese Servicestellen vermittelt. Ausgenommen waren hier die Fachgruppen der Augenheilkunde und der Gynäkologie. Patienten, die sich an die Terminservicestelle wenden, müssen laut Gesetzgebung innerhalb einer Woche einen Termin, der maximal vier Wochen in der Zukunft liegen darf, vermittelt bekommen.

Mit Inkrafttreten der neuen Psychotherapierichtlinie hat sich der Leistungsumfang der Terminservicestellen seit April 2017 um die Vermittlung von Terminen der psychotherapeutischen Sprechstunde und der Akutbehandlung erweitert. Dabei kann ein Termin für die Sprechstunde problemlos ohne Überweisung gebucht werden. Für die Akutbehandlung muss eine entsprechende Empfehlung eines Therapeuten vorliegen (PTV 11). Das Angebot im Rahmen der Psychotherapie ist seit Oktober 2018 um die probatorische Sitzung erweitert wurden. Voraussetzung dafür ist die Notwendigkeit einer zeitnahen Behandlung sowie eines Vermerks des Psychotherapeuten auf dem PTV 11 Formular.

In der Tabelle sind die vermittelten Termine im Jahresvergleich 2017 zu 2018 nach Fachgruppen und im Falle der Psychotherapie nach Behandlungsart aufgeführt. Im vergangenen Jahr waren es 3.435. Dazu kommen noch 2.106 so genannter „Infoanrufer“ (ohne Überweisungscode) bzw. unberechtigte Anrufer (zum Beispiel aus Niedersachsen). Sowohl 2017 als auch 2018 waren die Termine für die psychotherapeutische Sprechstunde am meisten nachgefragt. Unter den Fachärzten werden Termine in der Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie am meisten in Anspruch genommen. Insgesamt wurde im Jahr 2018 1.840-mal zu  Psychotherapeuten und 1.595-mal zu Fachärzten vermittelt. Im Vergleich zu 2017 hat sich die Anzahl der vermittelten Termine um 44 Prozent erhöht. Am deutlichsten ist die Nachfrage zu den Fachrichtungen der Orthopädie und Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie sowie der Haut- und Geschlechtskrankheiten gestiegen. Die Anzahl der vermittelten Termine hat sich hier mehr als verdoppelt. Die Vermittlungsquote der Bremer Terminservicestelle liegt bei 99,99 Prozent. Niemals musste ins Krankenhaus vermittelt werden.

Mit Inkrafttreten des TSVG wird sich voraussichtlich die Inanspruchnahme der Terminservicestelle sowie die Nachfrage nach Terminen nochmal deutlich erhöhen. Wie sich die Zahl der No-Shows (Nichterscheinen in der Praxis) entwickeln wird, ist politisch hochinteressant. Eine Bilanz für die Vergangenheit kann seriös nicht gezogen werden, weil die KV Bremen nicht immer eine Rückmeldung aus den Praxen erhält.