Brexit: Neue Regelungen für Behandlung

20.01.2020 |

Durch das Austrittsabkommen zwischen EU und Vereinigtem Königreich ändern sich Regelungen für die ungeplante vertragsärztliche Behandlung von
Personen, die im Vereinigten Königreich versichert sind.

Die bisher für Versicherte aus dem Vereinigten Königreich ausgestellten Europäischen Krankenversicherungskarten (EHIC) mit EU-Logo haben zum Jahresende 2020 ihre Gültigkeit verloren. Das Vereinigte Königreich wird eine neue EHIC ohne EU-Logo ausgeben: Citizens‘ Rights (CRA) EHIC. Eine gültige Provisorische Ersatzbescheinigung (PEB) plus Identitätsnachweis zählt ebenfalls als Nachweis der Anspruchsberechtigung.

Die Patienten müssen bei ungeplanten Behandlungen weiterhin die Patientenerklärung Europäische Krankenversicherung ausfüllen, mit der sie nachweisen, nicht zum Zwecke der Behandlung eingereist zu sein. Muss eine bereits begonnene Behandlung fortgeführt werden, können die ab 1. Januar 2021 entstehenden Behandlungskosten über eine deutsche Krankenkasse abgerechnet werden, wenn die Person eine gültige CRA EHIC vorlegt oder eine PEB plus Identitätsnachweis, zum Beispiel Reisepass. Andernfalls rechnen Vertragsärzte auf Grundlage der GOÄ ab.

Studierende aus dem Vereinigten Königreich erhalten eine befristete CRA EHIC. Diese Karte weist zusätzlich hinter der Persönlichen Identifikationsnummer im Feld 6 das Kürzel „DE“ auf, wenn in Deutschland studiert wird. Nur mit dem Kürzel „DE“ darf diese Karte in der vertragsärztlichen Praxis eingesetzt werden. Außerdem dürfen die CRA EHIC und die Studierenden CRA EHIC nur im Zeitraum ihrer angegebenen Gültigkeit verwendet werden.

Die neuen Regelungen betreffen nicht geplante vertragsärztliche Behandlungen. Bei planbaren Operationen und Behandlungen bleiben die Regelungen
wie gehabt: Hier muss die zu behandelnde Person im Vorfeld eine Genehmigung des zuständigen Trägers im Vereinigten Königreich einholen. Diese Genehmigung muss zusammen mit einem „Nationalen Anspruchsnachweis“ beziehungsweise mit einer Kostenübernahmeerklärung der gewählten deutschen Krankenkasse vor der Behandlung in der Praxis nachgewiesen werden.