Coronaabstriche für Patienten vor ambulanter OP und für Kontaktpersonen geregelt

18.08.2020 |

Die KV Bremen und das Land Bremen haben eine Rahmenvereinbarung geschlossen, die bei einigen Konstellationen im Zusammenhang mit Coronatests für mehr Klarheit sorgt. Es geht insbesondere um PCR-Abstriche für Patienten vor einer ambulanten OP sowie für Kontaktpersonen.

Grundsätzlich gilt nach wie vor, dass niedergelassene Ärzte einen PCR-Abstrich zum Ausschluss einer Infektion mit dem Coronavirus nur bei symptomatischen Patienten veranlassen können. Die Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums zur Ausweitung von Coronatests sieht allerdings vor, dass der öffentliche Gesundheitsdienst Dritte beauftragen kann, Tests beispielsweise im Zusammenhang mit Kontaktpersonen und zur Ausbruchsbekämpfung zu übernehmen. Dazu sind entsprechende Vereinbarungen zu treffen. Die KV Bremen hat nun mit dem Land Bremen eine Vereinbarung verhandelt, die Verfahren und Vergütung regelt.

In der Vereinbarung ist für drei Konstellationen eine Allgemeinklausel vereinbart, die es Praxen ermöglicht, Abstriche auch bei asymptomatischen Patienten vorzunehmen. Konkret geht es um Personen,  

  1. die mit einem SARS-CoV-2 Infizierten in einem Haushalt leben (gem. §2 (2) RVO), sofern ein schriftlicher Befund über den positiv getesteten Mitbewohner vorliegt;
  2. die einen SARS-CoV-2 Infizierten behandelt oder gepflegt haben (gem. §2 (3) RVO), sofern ein schriftlicher Befund über den positiv getesteten Gepflegten vorliegt;
  3. bei denen in den Folgetagen eine ambulante Operation durchzuführen ist, wenn der Termin hierfür vereinbart ist, nach Maßgabe des Operateurs.

Für diese drei Konstellationen bedarf es keines Auftrages durch das Gesundheitsamt. Die in der Rechtsverordnung vorgesehene Weisung durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst gilt als erteilt.

Abrechnung und Kodierung:

Ein Fall nach den oben beschriebenen drei Konstellationen ist im Ersatzverfahren anzulegen. Der Abrechnungsschein wird manuell angelegt und muss vom Patienten unterschrieben werden. Als Kostenträger wird nicht die Krankenkasse des Patienten, sondern

  • für Bremen: Gesundheitsamt Bremen; VKNR 03880
  • für Bremerhaven: Gesundheitsamt Bremerhaven; VKNR 03881

Für den PCR-Abstrich kann der Vertragsarzt die GOP 99786 (14 Euro) und für den zusätzlichen Aufwand die 99789 ( € 4,70) abrechnen. Daneben sind andere Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung, z.B. die Versichertenpauschale abrechenbar.

Das Labor ist über das eigens für den Öffentlichen Gesundheitsdienst entwickelte Formular ÖGD zu beauftragen, ersatzweise über das Muster 10 C mit einer entsprechenden Notiz (§2, 2 RVO, § 2, 3 RVO oder ambulante OP).
Für asymptomatische Patienten ist die (Haupt-)Diagnose U99.0 G anzusetzen. Das Ergebnis des Tests wird mit U07.2 G (negativ) bzw. U07.1 G (positiv) dokumentiert.

Die Rahmenvereinbarung zwischen der KV Bremen und dem Land Bremen ermöglicht es den Gesundheitsämtern, Praxen bei der Abstrichentnahme in anderen Fällen der RVO zu beteiligen. Dafür bedarf es aber einer gesonderten Beauftragung durch das Amt. Die Vergütung ist in der Vereinbarung festgeschrieben.

Vereinbarung über die ärztliche Leistung, Testung auf SARS-CoV-2 (pdf - 386 kB)

Übersicht Corona-Konstellationen (pdf - 559 kB)

 

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