Die 116117 wird weiterentwickelt: Das steckt hinter der Werbekampagne

28.08.2019 |

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz sieht vor, dass die Bereitschaftsdienstnummer 116117 vom 1. Januar 2020 an rund um die Uhr erreichbar und mit der Terminservicestelle gekoppelt ist. Das KV-System nimmt die Herausforderung an und will sich unverzichtbar machen. Deshalb startet die KBV eine Werbekampagne. Im Mittelpunkt: Zwei markante Figuren.

 

Die Elfen

 

Die Idee hinter der Kampagne

Die Kampagne verfolgt zwei Ziele: In der ersten Kampagnenphase soll die bundesweite Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 bekannter gemacht werden. In der zweiten Phase, etwa ab Beginn des Jahres 2020, sollen die neuen Aufgaben, die dann als Folge des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) mit der Nummer verbunden sind, beworben werden. Langfristig soll so erreicht werden, dass mehr Patienten in die richtige Versorgungsebene geleitet und Notaufnahmen entlastet werden sowie Patienten schneller an Arzttermine gelangen. Zugleich soll die Kampagne mit dem Start ab 30. August aber auch falschen Erwartungen entgegenwirken: Die 116117 ist für akute und dringende Beschwerden da und soll dann für Arzttermine genutzt werden, wenn der Patient bei seiner eigenen Terminanfrage in Praxen erfolglos war.

 

Die Idee hinter den Elfen

Die Elf 6 und die Elf 7 verkörpern auf einprägsame Weise die Nummer 116117 und tragen so zu ihrer Merkbarkeit bei. Als „Elfen“ stehen die beiden Damen zudem für Fürsorge, kompetenten Rat und schnelle Hilfe und damit für das, was die Menschen von dieser Nummer erwarten.

 

Eine Nummer - zwei Aufgaben

Die 116117 entwickelt sich 2020 zu einem umfassenden Patienten-Service weiter und wird bundesweit täglich 24 Stunden erreichbar sein. Zu den beiden Aufgaben der 116117 zählen:

  1. Vermittlung bei akuten Beschwerden Patienten mit akuten Beschwerden können sich ab 2020 rund um die Uhr an die 116117 wenden. Medizinisch geschultes Personal berät die Anrufer und vermittelt sie in die richtige Versorgungsebene. Das kann zum Beispiel die Notaufnahme, der Hausarzt oder, außerhalb der Sprechzeiten, ein Bereitschaftsarzt sein. Der neue Service soll dazu beitragen, dass Patienten stets in die richtige Versorgungsebene geleitet und die Notaufnahmen entlastet werden.
  2. Vermittlung an Haus- und Fachärzte: Patienten erhalten über die 116117 ab 2020 auch Termine bei Ärzten und Psychotherapeuten. Dazu zählen Termine bei Fach-, Haus-, Kinder- und Jugendärzten sowie bei ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten. Der neue Service soll die Wartezeiten für Patienten auf einen Arzttermin verkürzen. Zudem sind die Terminservicestellen dann ebenfalls bundesweit nur noch unter einer Telefonnummer erreichbar. Patienten wird jedoch empfohlen, sich immer zuerst selbst nach einem freien Termin bei einem Arzt ihrer Wahl zu erkundigen.

 

Wie läuft künftig die Vermittlung in die richtige Versorgungsebene ab?

Medizinisch geschulte Mitarbeiter der 116117 nehmen die Beschwerden der Anrufer auf und bewerten diese im Rahmen eines Ersteinschätzungsverfahrens.  Mit Hilfe einer bundesweit einheitlichen Software (SmED – Strukturierte medizinische Ersteinschätzung in Deutschland) beurteilen die Mitarbeiter, ob ein Patient akut im Krankenhaus behandelt werden muss, die Behandlung ambulant erfolgen kann oder der Patient sich zu Hause selbst helfen kann. Die Mitarbeiter beraten Patienten und leiten diese bei Bedarf weiter ins Krankenhaus oder zu einem Arzt bzw. Bereitschaftsarzt.

 

Wie läuft die Terminvermittlung an Haus- und Fachärzte ab?

Anrufer teilen den Mitarbeitern der 116117 mit, für welches Anliegen sie einen Arzttermin wünschen. Sie können den Arzt und Termin nicht frei wählen, sondern bekommen einen freien Termin bei einem regional ansässigen Arzt zugewiesen. Die Mitarbeiter organisieren innerhalb einer Woche einen Termin mit einer maximalen Wartezeit von vier Wochen. Bei psychotherapeutischen Akutbehandlungen beträgt die Wartezeit maximal zwei Wochen. Für Termine bei Hausärzten, Kinder- und Jugendärzten, Augenärzten und Frauenärzten sowie für Sprechstunden von Psychotherapeuten ist keine Überweisung nötig. Für alle anderen Facharzttermine sowie psychotherapeutische Akutbehandlungen und probatorische Sitzungen benötigen Patienten eine Überweisung ihres Arztes beziehungsweise ein Formular ihres Psychotherapeuten.

 

Start-Set und bestellbare Werbemittel für Praxen

Auch Praxen können sich aktiv an der Kampagne beteiligen. In Kooperation mit den KVen sendet die KBV dafür den rund 100.000 Arzt- und Psychotherapeutenpraxen in Deutschland ein kostenloses Starter-Set aus Werbemitteln zu. Das Starter-Set beinhaltet ein Info-Poster für Wartezimmer sowie Infokarten für Patienten. Der Versand an alle Praxen erfolgt nach dem Kampagnen-Start Anfang September. Beide Werbemittel können zudem ab Kampagnen-Start kostenlos von Praxen auf der Kampagnen-Website nachbestellt werden: www.116117.de