Kommentar: Psychotherapeutische Sprechstunde unzureichend bewertet

29.03.2017 |

Die KV Bremen bedauert den Beschluss des Bewertungsausschusses vom 29. März: Die neu eingeführten Leistungen der Psychotherapeutischen Sprechstunde und der Akuttherapie werden zirka fünf Prozent schlechter bezahlt als die bekannte Richtlinienpsychotherapie. Dies entschied der erweiterte Bewertungsausschuss in Berlin gegen die Stimmen der Ärzte.

„Durch diese Entscheidung wird der Wille des Gesetzgebers durch den GKV-Spitzenverband konterkariert und eine Chance auf schnelleren Zugang der Versicherten auf Psychotherapie leichtfertig aufs Spiel gesetzt“, bewertet Dr. Jörg Hermann, Vorstandsvorsitzender der KV Bremen. Die neuen Behandlungsformen Sprechstunde und Akutbehandlung waren eingeführt worden, um den Patienten den Weg in und durch die Therapieformen für psychische Erkrankungen zu ebnen. Dr. Hermann: „Der gute Wille der Psychotherapeuten, ihre Arbeitsweise zugunsten dieser besseren Versorgung zu ändern, wird unnötig auf die Probe gestellt.“

Der Vorstand der KV Bremen wird der Kassenärztlichen Bundesvereinigung empfehlen, gegen diese Entscheidung den Klageweg zu beschreiten.