FAQ Organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE)

Was andere wissen wollten, ist vielleicht auch für Sie interessant. In dieser Rubrik beantworten wir Fragen, die den Beratern der KV Bremen gestellt wurden.

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Bei Fragen zur Abrechnung wenden Sie sich bitte an Frau Thölke.
Bei Fragen zur Dokumentation wenden Sie sich bitte an Frau Bezold.

 

Welche Fachgruppen müssen für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme (oKFE) welche Formulare dokumentieren?

Programm zur Früherkennung von Zervixkarzinomen:

Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe müssen das Formular Primärscreening dokumentieren (GOP 01761, GOP 01764). In das Formular werden auch die Ergebnisse der zytologischen Untersuchung und des HPV-Tests eingetragen.

Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe müssen das Formular Abklärungskolposkopie dokumentieren, wenn sie die Leistung selbst durchführen und abrechnen (GOP 01765).

Pathologen, Labormediziner und ggf. Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe müssen die Formulare Zytologie und HPV-Testdokumentieren, wenn sie die Abstriche/Tests auswerten und abrechnen (Zytologie GOP 01762, GOP 01766),(HPV-Test GOP 01763, GOP 01767).

 

Programm zur Früherkennung von Darmkrebs:

Fachärzte für Gastroenterologie müssen Ergebnisse durchgeführter Früherkennungs-Koloskopien dokumentieren (GOP 01741).
Fachärzte für Labormedizin müssen das Formular iFOBT dokumentieren,  wenn  sie den Test auswerten und abrechnen (GOP 01738).

Welche Daten konkret dokumentiert werden müssen, ist in Anlage III und Anlage VII „Aufstellung der zur Programmbeurteilung zu dokumentierenden Daten“ zur oKFE-RL aufgeführt. Zu finden sind die Anlagen in der Richtlinie auf der Homepage des G-BA.

Worauf bezieht sich die Angabe der besonderen Personengruppe?

Bei den besonderen Personengruppen handelt es sich um Versicherte, welche sich nicht in einem regulären Versicherungsverhältnis mit einer gesetzlichen Krankenkasse befinden. Vorsorgeuntersuchungsleistungen dieser Patienten werden zum Teil nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) abgerechnet.

Eine Dokumentation muss für Patienten der besonderen Personengruppen nur in der PVS Software und nicht im oKFE Dokumentationsmodul durchgeführt werden, diese verbleibt in der Praxis und wird nicht an die Datenannahmestelle der Kassenärztlichen Vereinigung versandt.

Was hat es mit den Altershinweisen beim Ausfüllen der Dokumentation auf sich?

Für das oKFE Programm Zervixkarzinom erscheint ab dem 65. Lebensjahr einer Versicherten ein Altershinweis während der Dokumentation, im Darmkrebs Früherkennungsprogramm ab dem 75. Lebensjahr. Trotz Hinweis muss bei diesen Patienten die Dokumentation durchgeführt werden.

Die Altershinweise sind vom IQTIG beabsichtigt, können aber bestätigt werden und sollten die Möglichkeit zur abschließenden Dokumentation nicht beeinträchtigen. Sie haben keinen Zusammenhang mit dem Leistungsanspruch einzelner Versicherten in den organisierten Früherkennungsprogrammen.

Wie werden die Dokumentationen übermittelt?

Die Dokumentation wird im Online-Portal eingereicht und auf diese Weise verschlüsselt an die Datenannahmestelle der KV Bremen übermittelt. Klicken Sie dafür im Online-Portal auf „Uploadbereich“ und laden Sie die erforderliche Datei hoch. Die Datei ist nach einem bestimmten Schema benannt: GUID_Q_LE.xml
Beispiel: 47d16341-9e27-4e75-a27e-b791fbbd2dc8_Q_LE.xml

Nach erfolgreichem Hochladen wird angezeigt, dass Ihre Datei bei der KVHB gespeichert ist.

Sollte sich seitens Ihres PVS-Anbieters die Auslieferung des entsprechenden Moduls verzögern, lassen Sie sich den Verzug schriftlich bestätigen und übermitteln Sie uns diesen.

Muss die GOP 01737- Ausgabe und Weiterleitung eines Stuhlprobenentnahmesystems (iFOBT)- dokumentiert werden? Nein, der i-FOBT-Test ist durch die Labore, welchen ihn letztlich auswerten, per oKFE Modul zu dokumentieren.
Eine Patientin kommt zum zweiten Mal zum Zyto-Abstrich in die gynäkologische Praxis, da der erste Befund eine Pap „0“ war. Muss man zwei Dokumentationen anfertigen? Wenn bei einem zytologischen Abstich der Zervix eine Patientin eine Pap „0“ hat und zu einem erneuten Abstrich in die Praxis kommt, gibt es bei der Dokumentation zwei Möglichkeiten: entweder schließt man den Dokumentationsbogen mit Pap „0“ ab oder man dokumentiert den aussagekräftigen Befund. In diesem Fall dürfen keine zwei Dokumentationen angelegt werden.
Welche Frauen haben Anspruch auf eine Untersuchung nach dem organisierten Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms?

Nach dem organisierten Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms haben gesetzlich krankenversicherte Frauen erstmalig ab dem Alter von 20 Jahren Anspruch auf Leistungen zur Früherkennung des Zervixkarzinoms.

  • Im Alter von 20 bis 34 Jahren können Frauen jährlich das zytologiebasierte Zervixkarzinomscreening in Anspruch nehmen. Zusätzlich ab dem Alter von 30 Jahren Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung.
  • Ab dem Alter von 35 Jahren können Frauen im Abstand von drei Kalenderjahren ein kombiniertes Zervixkarzinomscreening, bestehend aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test, in Anspruch nehmen.
  • Bei auffälligen Befunden besteht Anspruch auf eine Abklärungsdiagnostik.

Gibt es eine Altersobergrenze für die Früherkennung des Zervixkarzinoms?

Nein, es gibt keine Altersobergrenze.
Wie wird das Primärscreening des Zervixkarzinomscreenings abgerechnet?

Für die Krebsvorsorgeuntersuchung im Primärscreening können Gynäkologen die GOP 01761 abrechnen.

Der vom Gynäkologen beauftragte Zytologe rechnet die ärztliche zytologische Untersuchung nach der GOP 01762 ab. Die Leistung beinhaltet fakultativ das Dünnschichtverfahren.

Gynäkologen rechnen für die klinische Untersuchung ohne Abstrich die GOP 01760 ab. Diese Leistung gehört nicht zum organisierten Programm und wird bei Frauen ab 35 Jahren in den zwei Jahren zwischen den kombinierten Tests durchgeführt.

Wie gehe ich mit auffälligen Befunden im Primärscreening um?

Bei auffälligen Befunden sieht das Programm für alle Patientinnen klare Algorithmen zur Abklärung vor. Diese sind in der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme festgelegt und richten sich nach den jeweiligen Befunden des Primärscreenings. Eine tabellarische Übersicht über die Algorithmen und die Münchener Nomenklatur finden Sie unter: www.kbv.de/html/43282.php

Welche GOP können Gynäkologen für die Abklärungsdiagnostik auffälliger Befunde aus dem Primärscreening abrechnen? Für die Abklärungsdiagnostik auffälliger Befunde mit Abstrichentnahme können Gynäkologne die GOP 01764 abrechnen.
Können die GOP 01760 und 01761 im gleichen Kalenderjahr abgerechnet werden?

Nein. Die GOP 01760 ist im Kalenderjahr nicht neben der Gebührenordnungsposition 01761 berechnungsfähig.

Ärzte können je nachdem, welche Früherkennungsuntersuchung sie bei der Patientin im aktuellen Kalenderjahr durchgeführt haben – im nächsten Kalenderjahr die jeweils andere Früherkennungsuntersuchung erbringen und abrechnen (GOP 01760 oder GOP 01761).

Das Kalenderjahr beginnt mit dem 1. Januar (0 Uhr) und endet mit dem nachfolgenden 31. Dezember (24 Uhr).

Wie wird die Krebsvorsorge bei Uterus duplex (doppelte Gebärmutter‐ und Gebärmutterhalsanlage) abgerechnet? Es erfolgen jeweils grundsätzlich 2 zytologische Abstriche (von jedem Gebärmutterhals) und 2 x der HPV‐Test.

Die Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme Zervixkarzinom regelt den Anspruch einer Person auf die dort festgelegten Früherkennungsuntersuchungen. Somit sind die GOP 01761, 01762 und 01763 je Person, entsprechend dem Algorithmus der Richtlinie, 1x berechnungsfähig. Dies trifft auch bei Vorliegen des äußerst selten auftretenden Uterus duplex zu, welches eine mehrfache Abrechnung der genannten GOP nicht rechtfertigt.

Wann wird welcher Bogen verwendet?

GOP Bogen Wer füllt aus?
01738 EBM Darmkrebs i-FOB-Test (DKI) Das Labor, das die Untersuchung auf okkultes Blut vornimmt.
01741 EBM
13421 EBM
(siehe Hinweis)
Darmkrebs Koloskopie (DKK) Hinweis: Der Bogen DKK ist nur dann beider GOP 13421 auszufüllen, wenn diese im Rahmen des Primärscreenings aufgrund eines positiven iFOBT-Test durchgeführt wird.
 
01765 EBM Zervixkarzinom Abklärungskolposkopie
(ZKA)
Der Arzt, der die Kolposkopie durchführt und abrechnet.
01763 EBM
01767 EBM
 
Zervixkarzinom, HPV-Test (ZKH) Das Labor, das die HPV-Untersuchung vornimmt.
01761 EBM
01764 EBM
Zervixkarzinom, Primärscreening
(ZKP)
Der Arzt, der die GOP 01761 bzw. 01764 EBM durchführt und abrechnet.
01762 EBM
01766 EBM
Zervixkarzinom Zytologietest (ZKZ) Der Arzt, der die zytologische Untersuchung
nach GOP 01762 bzw. 01766 EBM
durchführt und abrechnet.