Flüchtlingsversorgung: Abrechnungsscheine im Überblick

23.12.2015 |

Längst nicht alle Flüchtlinge sind mit einer Versichertenkarte ausgestattet. Damit die niedergelassenen Ärzte nicht auf den Kosten sitzen bleiben, fassen wir hier die gültigen Abrechnungsscheine zusammen.

 

Der "grüne" Abrechnungsschein

Der "grüne" Abrechnungsschein

Legen Sie einen Abrechnungsschein als Sonstigen Kostenträger an, zum Beispiel Kassennummer (VKNR) 03801 bzw. Institutskennzeichen (IK-Nummer) 100003801 für das Amt für Soziale Dienste Bremen. Die Behörde hat es versäumt, bei einem Teil der Scheine die IK-Nummer aufzudrucken. Grundsätzlich gelten für alle Bremer Sozialamtsscheine die die oben genannten Nummern. Sollte es sich um ein Sozialamt zum Beispiel aus Niedersachsen handeln, achten Sie darauf, ob ein Abrechnungssperr-vermerk von dem ausstellenden Landkreis notiert ist (evtl. darf der Flüchtling nur in dem vermerkten Landkreis zum Arzt). Verwenden Sie die auf dem Schein vermerkte VKNR bzw. IK-Nummer. Der grüne Schein (ggfs. die Kopie) verbleibt in der Praxis und wird mit der Abrechnung bei der KV eingereicht.

Der "lila" Abrechnungsschein

Der „lila“ Abrechnungsschein

Bei den „lila“ Abrechnungsscheinen handelt es sich um Notfall-Krankenscheine. Flüchtlingsunter-künfte sind mit diesen Scheinen ausgestattet worden, um in akuten Notfällen Asylbewerber ohne sonstige abrechnungsbegründende Unterlagen in Arztpraxen bzw. die KV-Bereitschaftsdienste schicken zu können. Bitte beachten Sie: Diese Scheine haben eine begrenzte Gültigkeit von 48 Stunden, um einen Krankenschein-Handel zu unterbinden. Darüber hinaus wurden die Ärztlichen und Kinderärztlichen Bereitschaftsdienste mit einem Satz „lila“ Abrechnungsscheine ausgestattet, um die Behandlung von Flüchtlingen ohne sonstige Unterlagen abrechnen zu können. Eine Restriktion ist zu beachten: Für niedersächsische Flüchtlinge dürfen diese Scheine nicht genutzt werden! Das Abrechnungsverfahren läuft analog zur Abrechnung „grüner“ Schein.

Der "rosa" Abrechnungsschein

Der „rosa“ Abrechnungsschein

Für die so genannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge gibt es eigene Abrechnungsscheine des Amtes für Soziale Dienste („rosa“). Das ist allerdings nur eine Formalität: Für die medizinische Versorgung dieser Personengruppe gilt eine andere Gesetzesgrundlage (Kinder- und Jugendhilfe SGB VIII). Das Abrechnungsverfahren läuft analog zur Abrechnung „grüner“ Schein.

Das Formular V111

Das Formular V111

Flüchtlinge mit diesem Anschreiben der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport und der Betreffzeile „Durchführung der Krankenbehandlung nach § 264 Abs. 1 SGB V“ (in der Amtssprache V111) können Sie im Ersatzverfahren abrechnen. Legen Sie dazu einen Abrechnungsschein im Ersatzverfahren über die VKNR 03101 = AOK Bremen/Bremerhaven mit der Kennzeichnung „4“ bzw. „9“ im Feld „BPG“ (Besondere Personengruppe/ Feldkennung 4131) an. Einige Praxisverwaltungssysteme geben statt der Kennzeichnung „4“  nur den Begriff „Bundessozialhilfegesetz“ vor bzw. statt „9“ den Passus „Empfänger von Gesundheitsleistungen nach den §§ 4und 6 des Asylbewerber-Leistungsgesetzes“. Zusätzlich sollte eine Begründung („Flüchtling / Nachweis liegt vor“) angegeben werden. Da noch keine Versichertennummer vergeben wurde, lassen Sie in ihrem Praxisverwaltungssystem das entsprechende Feld frei oder geben eine Pseudonummer ein, zum Beispiel „99999999999“. Eine Kopie des Anschreibens reichen Sie bitte als Nachweis mit der Abrechnung bei der KV ein. Das Original behält der Patient. Der Nachweis gilt sowohl für den im
Anschreiben genannten Flüchtling, wie auch für weitere Familienmitglieder, sofern diese namentlich in einer Anlage aufgeführt sind. Werden Kinder behandelt, sind diese in der Abrechnung als Mitglied (Status 1) anzulegen.

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