Früherkennung Gebärmutterhalskrebs: Anpassungen im EBM

06.04.2020 |

Bei der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs wurde der EBM zum 1. April 2020 in einigen Punkten angepasst:

  • Ab April ist die GOP 01760 für die klinische Krebsfrüherkennungsuntersuchung am Behandlungstag neben der GOP 01764 für die Abklärungsdiagnostik (oKFE-RL) berechnungsfähig. Hier bestand bisher ein Abrechnungsausschluss.
  • Durch die Aufnahme einer Anmerkung im Abschnitt 19.3 EBM wurde klargestellt, dass die GOP 19318 (Zytologische Untersuchung) eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Zytologie-Vereinbarung gem. § 135 Abs. 2 SGB V erfordert.
  • Die GOP 01763 und 01767 wurden im Abschnitt 19.1 Nummer 4 des EBM ergänzt. Damit hat der Bewertungsausschuss klargestellt, dass Fachärzte für Pathologie und Neuropathologie die fachliche Befähigung zur Durchführung der präventiven HPV-Tests erfüllen.
    Zusätzlich wurde damit sichergestellt, dass die Grundpauschale 01701 (0,55 Euro) in Verbindung mit den GOP 01763, 01767 und 01769 auch für Pathologen berechnungsfähig ist. Die GOP 01701 wird von der KV Bremen automatisch zugesetzt.

 

Anpassung HPV-Test: Neuer Zuschlag für Genotypisierung rückwirkend zum 1. Januar 2020

  • Rückwirkend zum 1. Januar 2020 wurde die HPV-Genotypisierung bei positivem HPV-Test aus dem obligaten Leistungsinhalt der GOP 01763 und 01767 gestrichen und die Bewertungen für diese Ziffern entsprechend von 171 auf 151 Punkte abgesenkt.
  • Hintergrund ist eine Klarstellung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die zu einer Anpassung der Dokumentationsvorgaben des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) führen wird.
  • Die Genotypisierung der HPV-Typen 16 und 18 bei positivem HPV-Nachweis im Rahmen des Zervixkarzinom-Screenings wird in der neuen GOP 01769 (153 Punkte) als Zuschlag zu den GOP 01763 und 01767 abgebildet. Die GOP 01769 kann auch dann abgerechnet werden, wenn der Nachweis und die Genotypisierung in demselben Untersuchungsgang durchgeführt wurden.
  • Die neue GOP 01769 wird ebenfalls extrabudgetär vergütet.
  • Eine Anpassung des kurativen Tests nach GOP 32819 hat der Bewertungsausschuss als nicht notwendig erachtet. Dessen Berechnung erfordert weiterhin eine Genotypisierung auf die Typen 16 und 18.
  • Aufgrund der rückwirkenden Änderung kurz vor Abgabetermin der Abrechnung 1/20 möchte die KV Bremen ihren Mitgliedern entgegenkommen und gestattet den abrechnenden Ärzten in diesen Fällen – entgegen der Abrechnungsrichtlinien der KVHB -  das Scheinsplitting. Konkret bedeutet das, dass die GOP 01769 nachträglich als Einzelleistung auf einem Vorquartalsfall in der Abrechnung 2/20 eingereicht werden kann, sofern der ursprüngliche Fall mit den Leistungen nach GOP 01763 bzw. 01767 im Quartal 1/20 abgerechnet wurde.