Gebärmutterhalskrebs: Programm zur Früherkennung startet 2020

15.07.2019 |

Zum 1. Juli 2019 ist der Beschluss zur Einführung eines organisierten Programms zur Früherkennung von Zervixkarzinomen nach den Bestimmungen des Krebsfrüherkennungs und -registergesetzes in Kraft getreten. Die Regelungen sind jedoch erst sechs Monate später umzusetzen, um dem Bewertungsausschuss Zeit für entsprechende Beratungen zur Vergütung zu geben. Daher sind die bisherigen Regelungen der Krebsfrüherkennungsrichtlinie bis zum 31. Dezember 2019 noch gültig. Das neue Programm startet am 1. Januar 2020.

 

Die Änderungen zum 1. Januar 2020 im Überblick:

  • Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs haben Frauen erstmals im Alter von 20 Jahren, eine Altersobergrenze besteht nicht.
  • Neu ist, dass bei Frauen im Alter ab 35 Jahren ein kombiniertes Screening vorgesehen ist, das aus zytologischer Untersuchung und dem Test auf humane Papillomviren besteht. Dieser sogenannte Ko-Test kann bei unauffälligen Ergebnissen alle drei Jahre erfolgen und bei geringen Auffälligkeiten nach einem Jahr wiederholt werden.
  • Bei auffälligen Befunden besteht ein Anspruch auf eine Abklärungsdiagnostik. Diese neue Leistung umfasst unter anderem die Untersuchung mit Kolposkop, gegebenenfalls eine Biopsie und bei Notwendigkeit eine Kürettage sowie die entsprechende Beratung der Versicherten.
  • Gesetzlich Versicherte im Alter von 20 bis 65 Jahren erhalten künftig alle fünf Jahre von ihrer Krankenkasse eine Einladung zur Teilnahme an dem Früherkennungsprogramm. Anspruchsberechtigte Frauen können auch ohne eine solche Einladung zum Screening gehen.
  • Teilnehmende Vertragsärzte werden durch das neue Programm verpflichtet, die Ergebnisse der Früherkennungsuntersuchungen und der Abklärungsdiagnostik elektronisch zu dokumentieren.
  • Zudem müssen bestimmte Daten quartalsweise verschlüsselt an die Kassenärztliche Vereinigung übermittelt werden. Die Details hierzu werden noch bekannt gegeben.
  • KBV und GKV-Spitzenverband müssen nun die Vergütungsdetails regeln und Maßnahmen zur Qualitätssicherung für die Abklärungskolposkopie festlegen.
  • Sobald Einzelheiten zur Vergütung und Abrechnung feststehen, wird die KV Bremen imformieren. Richtlinie im Internet: www.g-ba.de/richtlinien/104