Aktiv gegen dauerhafte Kreuzschmerzen

Liebe Patientin, lieber Patient,

Sie haben seit längerem Kreuzschmerzen. Diese können belasten und Ihren Alltag erheblich einschränken. Doch etwas Ernsthaftes steckt nur selten dahinter. Außerdem können Sie selbst Einiges gegen Ihre Beschwerden tun. Diese Information richtet sich an Menschen mit Kreuzschmerzen, die schon mehr als 12 Wochen andauern oder bei denen das Risiko dafür besteht. Sie erfahren hier, wie dauerhafte Kreuzschmerzen entstehen und behandelt werden können.

 

Auf einen Blick: dauerhafte Kreuzschmerzen

  • Kreuzschmerzen sind häufig. Ist keine körperliche Ursache erkennbar, die besondere Maßnahmen erfordert, spricht man von nicht-spezifischen Kreuzschmerzen.
  • Seelische oder berufliche Probleme können zu dauerhaften Kreuzschmerzen führen. Deshalb soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie auf Belastungen im Privatleben und am Arbeitsplatz ansprechen.
  • Wichtig ist: Bewegung im Alltag statt Bettruhe. Medikamente können die Behandlung unterstützen. Diese sollten so kurz und in so geringer Dosis wie möglich zum Einsatz kommen.
  • Halten Schmerzen trotz Behandlung länger an, sollen Betroffene an einem sogenannten multimodalem Behandlungsprogramm teilnehmen, das verschiedene Verfahren miteinander verbindet.

Was sind Kreuzschmerzen?

Kreuzschmerzen sind Schmerzen im Rückenbereich unterhalb des Rippenbogens und oberhalb des Gesäßes. Oft lässt sich kein eindeutiger Grund für die Beschwerden finden. Fachleute sprechen in diesem Fall von nicht-spezifischen Kreuzschmerzen. Es gibt dann keine Hinweise auf eine gefährliche Ursache, wie Schäden an den Bandscheiben oder ein Wirbelbruch.

 

Wie kommt es zu Dauerschmerzen?

Nicht-spezifische Kreuzschmerzen sind meist harmlos und gehen von alleine wieder weg. Bei etwa 7 von 100 Betroffenen lassen die Beschwerden jedoch nicht nach. Die Schmerzen sind „chronisch“. Kreuzschmerzen können viele Gründe haben. Auch seelische oder berufliche Umstände sowie das eigene Verhalten können dazu beitragen, dass Beschwerden dauerhaft werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Niedergeschlagenheit, Stress oder Ängste
  • falsches Schon- und Vermeidungsverhalten, aber auch beharrliches Durchhalten
  • körperliche Schwerstarbeit oder eine einseitige Körperhaltung
  • Mobbing, berufliche Unzufriedenheit oder Arbeitslosigkeit
  • Rauchen, Übergewicht, Alkohol und geringe körperliche Fitness

Wie jemand mit Schmerzen umgeht und ob er sie als bedrohlich ansieht, beeinflusst den Krankheitsverlauf ebenfalls. Bei nicht-spezifischen Kreuzschmerzen ist es nicht notwendig, die Ursache unbedingt zu finden. Wenn man allerdings ständig nach einer Erklärung sucht, kann sich das ebenfalls auf die Beschwerden auswirken.

 

Die Untersuchung

Bei anhaltenden Kreuzschmerzen fragt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie nach Ihren Beschwerden und Ihrer Stimmung. Dazu gehört die familiäre und berufliche Situation. Jetzt geht es auch darum festzustellen, ob die bisherige Behandlung angepasst werden sollte. Es kann zudem sein, dass mehrere Fachleute Sie untersuchen und gemeinsam mit Ihnen die weitere Behandlung besprechen. Falls nötig, können bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT helfen auszuschließen, dass doch eine ernsthafte Ursache vorliegt.

 

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

 

Informationsblatt "Kreuzschmerz chronisch":

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