Gynäkologen können Beratung zum Chlamydien-Screening abrechnen

18.06.2020 |

Die Beratung zum Chlamydien-Screening bei Patientinnen bis zum 25. Lebensjahr kann jetzt von Gynäkologen zusätzlich abgerechnet werden. Dafür wurden zwei neue GOP in den EBM aufgenommen.

Die neue GOP 01823 (5,81 Euro/50 Punkte) für die Beratung zum Chlamydien-Screening wird als Zuschlag zu den Leistungen der Empfängnisregelung (GOP 01821 und 01822) bei Patientinnen bis zum vollendeten 25. Lebensjahr gezahlt und kann einmal jährlich abgerechnet werden. Zur Beratung zum Chlamydien-Screening gehören unter anderem die Aufklärung über Sinn, Zweck und Ziel einer Untersuchung auf Chlamydien sowie die Aushändigung einer Patienteninformation des Gemeinsamen Bundesausschusses (siehe unten).

Die neue GOP 01824 (5,81 Euro/50 Punkte) rechnen Gynäkologen bei jeder Veranlassung des Labortests (Urinprobe auf Chlamydia trachomatis) an ein Labor oder bei Durchführung im eigenen Labor ab. Ob die GOP 01824 vergütet wird, hängt allerdings von der Durchführungsquote der Praxis ab, die im Jahr 2020 bei 30 Prozent liegt, 2021 auf 40 Prozent und 2022 auf 50 Prozent steigt. Zur Ermittlung der Durchführungsquote berechnet die KV Bremen je Praxis und Quartal den Anteil der Chlamydia-Tests im Verhältnis zur Anzahl an Chlamydien-Screening-Beratungen. Wird die Quote nicht erreicht, wird die GOP 01824 nicht vergütet. Lassen sich also 30 Prozent der Frauen unter 25 Jahre in einer Praxis, die eine Beratung zum Chlamydienscreening im Rahmen der Empfängnisregelung erhalten haben, im selben Quartal auf Chlamydien testen, erhält die Praxis für jeden Fall eine zusätzliche Vergütung von 5,49 Euro.

Für die Untersuchung des Urins auf Chlamydia trachomatis rechnen Gynäkologen weiterhin die GOP 01840 ab. Frauen bis zum abgeschlossenen 25. Lebensjahr soll einmal jährlich die Untersuchung einer Probe auf genitale Chlamydia trachomatis-Infektionen angeboten werden. Als Hilfestellung ist das Merkblatt mit dem Titel „Warum wird mir ein jährlicher Chlamydientest angeboten?“ zur Verfügung zu stellen, das hier zum Download bereitsteht: www.g-ba.de

Klarstellung zur GOP 01822

Mit der EBM-Weiterentwicklung wurde außerdem klargestellt, dass eine Untersuchung im Rahmen der Empfängnisregelung nicht bei jeder Beratung und allenfalls alle sechs Monate erforderlich ist (gemäß der Richtlinie zur Empfängnisregelung und zum Schwangerschaftsabbruch). Bei einer Beratung ohne Untersuchung ist die GOP 01821 anzugeben, bei einer Beratung mit Untersuchung die GOP 01822. Die GOP 01822 darf jetzt höchstens zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden.