Humangenetik: Weitere Anpassungen im EBM zum 1. Januar 2017

17.01.2017 |

Nachdem im Kapitel Humangenetik bereits zum 1. Juli 2016 eine umfassende Neustrukturierung stattgefunden hat, sind nun im Bewertungsausschuss einige Detailänderungen und Präzisierungen für verschiedene Leistungen im Bereich der Humangenetik und Pathologie getroffen worden.

Hier eine Zusammenfassung der Änderungen, die zum 1. Januar 2017 in Kraft treten:

  • Aufnahme einer neuen Gebührenordnungsposition (GOP) 19450 für die molekularzytogenetische Charakterisierung chromosomaler Aberrationen in den Abschnitt 19.4.4 EBM (In-vitro-Diagnostik tumorgenetischer Veränderungen zur Indikationsstellung einer pharmakologischen Therapie): Die Leistung ist mit 518 Punkten bewertet und wird extrabudgetär vergütet. Die Legende zum Zuschlag nach GOP 19402 im Abschnitt 19.4.1 EBM wurde entsprechend angepasst.
  • Die pränatale zytogenetische Untersuchung i. R. d. Mutterschaftsvorsorge nach GOP 01793 kann ab dem 1. Januar 2017 neben der Untersuchung auf eine oder mehrere in der Familie bekannte konstitutionelle Mutationen nach der GOP 11518 abgerechnet werden.
  • Die Frist für eine Qualitätssicherungsvereinbarung für die humangenetischen Beurteilungsleistungen nach GOP 11235 und 11236 wurde verlängert und somit können Ärzte die Leistungen noch bis zum 1. Januar 2018 ohne eine Genehmigung abrechnen.
  • Zusätzlich zu den GOP 11511 bis 11514, 11516 bis 11518, 11521, 11522, 19421 bis 19425 und 19451 bis 19456 setzt auch die Berechnung der GOP 11449 eine Begründung mit der Art der Erkrankung und der Art der Untersuchung (Gennummer, Genname nach OMIM) sowie der Angabe des Multiplikators voraus. Dazu nutzen Sie bitte folgende Feldkennungen:
    5070: untersuchtes Gen / Genname (OMIM-G-Kode)
    5071: Art der Erkrankung (OMIM-P-Kode)
  • Des Weiteren wurde klargestellt, dass die „kleine Mutationssuche“ (GOP 11513, 19424, 19453) in der „großen Mutationssuche“ (GOP 11514,19425,19454) vollständig enthalten ist und es somit zu folgenden Abrechnungsausschlüssen kommt:
    GOP 11513 nicht neben GOP 11514
    GOP 19424 nicht neben GOP 19425
    GOP 19453 nicht neben GOP 19454

Weitere redaktionelle Änderungen:

  • In der zweiten Bestimmung zum Abschnitt 19.4 EBM sowie der ersten Bestimmung zum Unterabschnitt 19.4.4 wird klargestellt, dass die Leistungen des Abschnitts 19.4.4 ausschließlich bei zyto- und/oder molekulargenetischen Verfahren zur Indikationsstellung tumorgenetischer Veränderungen berechnungsfähig sind.
  • In den Anmerkungen zu den GOP 11513, 19424 und 19453 wird klargestellt, dass die häufigkeitsbezogene Abstaffelung der Leistungen ab der 21. Leistung im Krankheitsfall erfolgt.
  • In der jeweils ersten Anmerkung zu den GOP 01790, 01835 und 19315 wurden die Verweise an die zum 1. Juli 2016 in Kraft getretene Fassung des EBM (Streichung der GOP 11310 bis 11312 und 11320 bis 11322 und Neuaufnahme der Abschnitte 11.4.3, 11.4.4 und 19.4) angeglichen.
  • Die obligaten Leistungsinhalte der GOP 11503, 19410 und 19433 wurden angepasst.
  • Die zweite Anmerkung der GOP 32902 im Abschnitt 32.3.15.1 EBM wurde um folgenden Abrechnungsausschluss ergänzt: „Die Gebührenordnungsposition 32902 ist im Krankheitsfall nicht neben den Gebührenordnungspositionen 32935 und 32937 berechnungsfähig.

 

Änderung zum 1. April 2017:

  • Die Bewertung der GOP 32937 (HLA-Typisierung) wird von 150 Euro auf 115 Euro abgesenkt und damit an die inhaltlich entsprechende GOP 32902 angeglichen.

 

Änderung zum 1. Juli 2017:

Die GOP 32931 (HLA-B27) ist ab dem 01.07.2017 ausschließlich für den molekulargenetischen Nachweis des HLA-B27-Merkmals berechnungsfähig. Bis dahin kann sie auch noch für den immunologischen Nachweis berechnet werden.