Job-Sharing wird attraktiver: Obergrenze verschiebt sich

20.07.2016 |

Das Job-Sharing wird attraktiver – insbesondere für kleine Arztpraxen und für Psychotherapeuten. Ein aktueller Beschluss lockert die Grenzen für das Honorarbudget. Noch ist diese Änderung allerdings nicht rechtskräftig.
 
Der aktuelle Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) verfolgt ein Ziel: Kassenärzte und Psychotherapeuten sollen die Möglichkeit haben, ihren Praxisumfang auf den Durchschnitt ihrer Fachgruppe zu steigern. Dies müsse auch Job-Sharern möglich sein. So wollte es das Bundessozialgericht und so hat es der G-BA nun beschlossen. Im Einzelnen ist folgendes vorgesehen: Bisher konnte eine unterdurchschnittliche Praxis nur um maximal drei Prozent des Fachgruppendurchschnitts wachsen. Diese Grenze fällt. Stattdessen dürfen diese Praxen nun bis zum Fachgruppendurchschnitt wachsen. Psychotherapeuten bekommen sogar noch mehr Spielraum. Sie dürfen ihren Leistungsumfang bis zum Durchschnitt ihrer Gruppe zuzüglich weiterer 25 Prozent steigern.
 
Wie die neue Obergrenze berechnet wird, ist Gegenstand des G-BA-Beschlusses, damit überall die gleichen Kriterien herangezogen werden. Noch ist dieser Beschluss allerdings nicht rechtskräftig. Die Änderungen können vom Bundesgesundheitsministerium beanstandet werden. Diese Prüfung sollte im August abgeschlossen sein.
 

Job-Sharing

Beim Job-Sharing teilen sich zwei Ärzte/Psychotherapeuten derselben Fachrichtung einen Sitz. Es gibt grundsätzlich zwei Varianten: Die Ärzte/Psychotherapeuten arbeiten als gleichberechtigte Partner oder ein Praxisinhaber stellt einen Kollegen an. Die letztgenannte Variante eignet sich gut, um einen Praxisübergabe vorzubereiten.