Krebsfrüherkennung: Dokumentationspflicht ausgesetzt, neues Muster 39

16.12.2019 |

Das neu organisierte Krebsfrüherkennungsprogramm startet am 1. Januar 2020, nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Dokumentationsvorgaben für das Screening auf Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) vorläufig ausgesetzt hat.

Die Aussetzung betrifft sowohl das bereits laufende Programm zur Früherkennung von Darmkrebs als auch das zum 1. Januar startende Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

Neu ist unter anderem, dass Frauen ab 35 alle drei Jahre Anspruch auf ein kombiniertes Screening haben, das aus zytologischer Untersuchung (PAP-Abstrich) und einem Test auf Humane Papillomviren (HPV) besteht.

Ohne die nun beschlossene Änderung wäre es nur mit elektronischer Dokumentation zulässig gewesen, die Leistungen zulasten der Krankenkassen abzurechnen.

Hintergrund sind Verzögerungen bei der Software. Der G-BA hat entschieden, die Dokumentationsverpflichtung für die neue Krebsvorsorge so lange auszusetzen, bis die neue Dokumentation flächendeckend in die Praxisverwaltungssysteme implementiert ist.

Sobald die Dokumentationsverpflichtung in Kraft tritt, übernehmen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Funktion der Datenannahmestellen. Um die Programmevaluation zu gewährleisten, übermitteln Ärzte dann ihre Daten elektronisch an ihre KV. Diese wiederum leitet die Daten zur datenschutzkonformen Verschlüsselung an eine Vertrauensstelle weiter.

Zusätzlich werden die bislang bestehenden Verpflichtungen zur Dokumentation der Früherkennungskoloskopie und zur Übermittlung von Quartalsberichten für den immunologischen Test auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) nach der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL) zum 1. Januar 2020 aufgehoben.

 

Überarbeitetes Formular Muster 39:

Wie bisher erfolgt der Auftrag des Gynäkologen an den Zytologen mit Muster 39. Der Überweisungsschein zur präventiven zytologischen Untersuchung entfällt. Ab dem 1. Januar 2020 löst das überarbeitete Muster 39 die bislang geltende Version ab. Im Zuge der neuen Dokumentationsvorgaben wurde das Muster überarbeitet und enthält nunmehr Informationen zum Test auf Humane Papillomviren (HPV) und zur HPV-Impfung.

 

Informationen für Praxen:

Details des organisierten Programms zur Früherkennung von Zervixkarzinomen fasst eine Praxisinformation der KBV zusammen:

www.kbv.de/media/sp/Praxisinfo_Fr_herkennung_Geb_rmutterhalskrebs.pdf

 

Ansprechpartner:

Bei Fragen zur Abklärungskolposkopie/ i-FOBT/ Zervix-Zytologie: Jennifer Bezold

Bei Fragen zur Koloskopie: Alexandra Thölke