Kreis der MRSA-Risikopatienten wird erweitert

19.07.2017 |

Zum 1. Juli 2017 wurde die Definition eines MRSA-Risikopatienten an die aktualisierten Empfehlungen der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) angepasst (Nr. 3 der Präambel zum Abschnitt 30.12 EBM) und somit der Kreis der MRSA-Risikopatienten, die nach einem Klinikaufenthalt auf den Keim getestet und behandelt werden können, erweitert worden.

Im Gegensatz zu der bisherigen Definition reicht jetzt bereits das Vorliegen eines Risikos, wie eine chronische Pflegebedürftigkeit des Patienten oder ein positiver MRSA-Nachweis in der Anamnese, aus um eine Sanierung durchzuführen.

Ein MRSA-Risikopatient muss demnach in den letzten sechs Monaten stationär (mindestens vier zusammenhängende Tage Verweildauer) behandelt worden sein und zusätzlich die folgenden Risikokriterien erfüllen:

  • Patient mit positivem MRSA-Nachweis in der Anamnese und/oder
  • Patient mit chronischer Pflegebedürftigkeit (Vorliegen eines Pflegegrades) und einem der nachfolgenden Risikofaktoren:
    • Antibiotikatherapie in den zurückliegenden 6 Monaten,
    • liegende Katheter (z. B. Harnblasenkatheter, PEG-Sonde, Trachealkanüle),

und/oder

  • Patient mit Hautulkus, Gangrän, chronischer Wunde und/oder tiefer Weichgewebeinfektion

und/oder

  • Patient mit Dialysepflichtigkeit