Laborreform: Wirtschaftlichkeitsbonus soll wieder Effekt bekommen

07.03.2018 |

Alles oder nichts: Dazwischen gibt es wenig. Der Wirtschaftlichkeitsbonus hat seine Steuerwirkung verloren. Deshalb bekommt er zum 1. April eine neue Mechanik, die eine wirtschaftliche Verordnung von Laborleistungen belohnt. Dazu kommen neue Regelungen zu den Ausnahmekennziffern.

Den Wirtschaftlichkeitsbonus – gern auch Laborbonus oder fälschlicherweise Laborbudget genannt – gibt es seit 1999. An Komplexität ist dieses Konstrukt kaum zu überbieten. Deshalb hat sich über die Jahre ein Systemfehler eingeschlichen: Es gibt Praxen, die den  Wirtschaftlichkeitsbonus zu 100 Prozent ausbezahlt bekommen. Es gibt Praxen, die null bekommen. Zwischen diesen beiden Polen gibt es wenig. Und es gibt nur wenig Verschiebung auf der Skala. Das Gefühl vieler Ärzte, beim Wirtschaftlichkeitsbonus tue sich eh‘ nichts, ist nicht unbegründet. Kurzum: Der ursprüngliche Gedanke, eine Mengenausweitung des Labors durch die Mechanik Wirtschaftlichkeitsbonus zu begrenzen, indem sparsames Verordnen belohnt wird, ging mehr und mehr verloren.

An dieser Stelle setzt nun die Laborreform zum 1. April 2018 an. Das Ziel der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist eine homogenere Verteilung auf der Skala zwischen 100 Prozent Auszahlung und dem Nullwert. Die Verordnungsweise soll spürbare Effekte auf die Höhe des Wirtschaftlichkeitsbonus haben. Dazu wird ein praxisspezifischer Fallwert ermittelt und ein Wirtschaftlichkeitsfaktor durch den Bezug auf die Fallwerte der Arztgruppe berechnet, der schließlich die Höhe des Wirtschaftlichkeitsbonus bestimmt. Die arztgruppenspezifischen Eckwerte werden einmalig bestimmt und im EBM aufgenommen. Eine detaillierte Beschreibung und Rechenbeispiele finden Sie hier: Schritt für Schritt: Der Rechenweg zum Wirtschaftlichkeitsbonus (pdf - 283 kB)
 

Relevant sind auch die Änderungen bei den Ausnahmekennziffern für das Labor. Diesen werden nun bestimmte Laborleistungen zugeordnet, die für die jeweilige Indikation typisch sind. Nur die Kosten für diese Laborparameter werden nicht zur Berechnung des Wirtschaftlichkeitsbonus herangezogen, allerdings alle anderen Laborkosten des Patienten. Damit sorgen die Ausnahmekennziffern dafür, dass die Versorgung von Patienten, bei denen durch gewisse Indikationen viel Labor notwendig ist, sich nicht negativ auswirkt. Die Auflistung der Ausnahmekennziffern sowie weitere Einzelheiten finden Sie hier: Die neuen Laborausnahmekennziffern (pdf - 54 kB)

 

 

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