Lieferengpässe bei Pneumokokken-Impfstoffen

UPDATE

03.04.2020 | Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax in Kürze wieder verfügbar

02.04.2020 | Die verfügbaren Impfstoffe sind für GKV-Patienten weiterhin genehmigungsfrei über den Sprechstundenbedarf zu beziehen (Muster 16a). Dies gilt auch für den jetzt aus Japan importierten Impfstoff "Pneumovax NP JPN" von Firma MSD Sharp & Dohme GMBH.

23.03.2020 | Aufgrund der aktuell stark eingeschränkten Lieferfähigkeit der beiden Pneumokokken-Impfstoffe Pneumovax ® 23 und Prevenar ® 13 soll die Impfung besonders vulnerabler Patientengruppen vorbehalten sein. Das sehen aktuelle Handlungsempfehlungen der STIKO vor (www.rki.de).

Demnach empfiehlt die STIKO,  dass zurzeit prioritär Personen geimpft werden sollten, die ein besonders hohes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben.

Prevenar ® 13 soll ausschließlich für die Grundimmunisierung im Säuglingsalter bis zu einem Alter von 2 Jahren verwendet werden. Sollte Prevenar ® 13 nicht verfügbar sein, kann auf Synflorix ® (10-valenter-Pneumokokkenkonjugatimpfstoff) ausgewichen werden.

Pneumovax ® 23 soll prioritär für folgende Personengruppen verwendet werden: Patienten mit Immundefizienz, Senioren ab 70 Jahren, Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen.

Sequenzielle Impfungen (Pneumokokken-Konjugatimpfstoff, gefolgt von Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff), wie beispielsweise bei der Indikationsimpfung bei Patienten mit Immundefizienz von der STIKO empfohlen, sind damit momentan nicht mehr vorgesehen. Dies entspricht nicht den aktuellen Vorgaben in der Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) des G-BA, die verbindlich den Anspruch des Versicherten auf Schutzimpfungen regelt.

Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben sich daher darauf verständigt, dass hinsichtlich der sequenziellen Impfung entsprechende Abweichungen von den Vorgaben in der SI-RL akzeptiert werden – solange der Hinweis der STIKO gilt.

Wenn bei Wiederverfügbarkeit die sequenzielle Impfung abgeschlossen werden soll, sollte aufgrund der umgekehrten Reihenfolge der von der STIKO empfohlene Mindestabstand von einem Jahr beachtet werden (Epi.Bull.37/2016, S. 394).

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Möglichkeit für alternative Bezugsmöglichkeiten des Impfstoffes geschaffen. Der abweichende Bezugsweg kann aber nur von der zuständigen Landesbehörde initiiert werden. Dazu haben wir für das Land Bremen noch keine Information erhalten.