Medikationsplan ab dem 1. Oktober: Das sind die Vergütungsregeln für Fachärzte

29.09.2016 |

Zum 1. Oktober müssen Vertragsärzte einen Medikationsplan in Papierform ausstellen, sofern es Patienten mit mindestens drei verordneten Medikamenten wünschen. Die Vergütungsregeln sind für Haus- und Fachärzte unterschiedlich.

Einzelleistungsvergütung

Fachärzte erhalten für onkologische Patienten, Schmerzpatienten sowie Patienten mit einer Organtransplantation eine Einzelleistungsvergütung (GOP 01630), wenn sie die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale Onkologie, die GOP 30700 beziehungsweise die fachgruppenspezifische Zusatzpauschale für die Behandlung eines Transplantationsträgers abrechnen.

Die Vergütung kann als Zuschlag (GOP 01630) abgerechnet werden

  • zur Zusatzpauschale Onkologie der Fachgruppen Chirurgie, Gynäkologie, HNO, Dermatologie, Internisten mit Schwerpunkt (SP) Gastroenterologie und SP Pneumologie, MKG und Urologie (07345, 08345, 09345, 10345, 13435, 13675, 15345 und 26315)*
  • zur GOP 30700 in der Schmerztherapie
  • zur Zusatzpauschale für die Behandlung eines Transplantatträgers (GOP 13437, 13561, 13601 und 13677)

Der Zuschlag beträgt jeweils 39 Punkte (ca. 4,07 Euro) und wird extrabudgetär bezahlt. Der Zuschlag kann je Patient einmal im Krankheitsfall (= einmal in vier Quartalen) von einem Vertragsarzt abgerechnet werden.

*Internisten mit SP Hämatologie/Onkologie erhalten anstelle einer Einzelleistungsvergütung einen entsprechend höheren Zuschlag auf die Grundpauschale (siehe Tabelle).

 

Zuschlag zur Grundpauschale

Viele Facharztgruppen erhalten einen Zuschlag zur fachärztlichen Grundpauschale. Mit dem Zuschlag wird die gegebenenfalls erforderliche Erstellung eines Medikationsplans und dessen Aktualisierung vergütet.

Der Zuschlag wird leistungsunabhängig einmal im Behandlungsfall gezahlt, d.h. Ärzte erhalten den Zuschlag unabhängig davon, ob sie für den Patienten einen Plan erstellt oder aktualisiert haben.

Die Höhe des Zuschlags ist je nach Fachgruppe unterschiedlich hoch: Fachgruppen, die viele Medikamente verordnen und deshalb öfter einen Plan aktualisieren oder ausstellen werden, erhalten einen höheren Zuschlag als Fachgruppen mit wenigen Verordnungen. (Fachgruppen, die keine oder sehr wenige Medikamente verordnen, erhalten aufgrund der anteilsmäßig geringen Verordnungen keinen Zuschlag). Die Vergütung ist extrabudgetär.

Der Zuschlag wird von der KV unter Beachtung der Abrechnungsausschlüsse automatisch zugesetzt – allerdings nicht, wenn im Krankheitsfall schon die Einzelleistung (GOP 01630) abgerechnet wurde.

 

Facharzt Grundpauschale

Zuschlag zur Grundpauschale (einmal im Behandlungsfall

GOP

Bewertung
in Euro

Anästhesist (05210 bis 05212)

05227

0,31 €

Augenarzt (06210 bis 06212)

06227

0,21 €

Chirurgen (07210 bis 07212) 07227 0,21 €
Gynäkologen (08210 bis 08212) 08227 0,21 €

Hals-Nasen-Ohrenarzt (09210 bis 09212)

09227

0,21 €

Hautarzt (10210 bis 10212)

10227

0,21 €

Internist mit SP Angiologie (13290 bis 13292)

13297

0,21 €

Internist mit SP Endokrinologie (13340 bis 13342)

13347

0,31 €

Internist mit SP Gastroenterologie (13390 bis 13392)

13397

0,21 €

Internist mit SP Hämatologie/Onkologie (13490 bis 13492)

13497

0,94 €

Internist mit SP Kardiologie (13540 bis 13542)

13547

0,21 €

Internist mit SP Nephrologie (13590 bis 13592)

13597

0,94 €

Internist mit SP Pneumologie (13640 bis 13642)

13647

0,63 €

Internist mit SP Rheumatologie (13690 bis 13692)

13697

0,63 €

Internist ohne Schwerpunkt (13210 bis 13212) 13227 0,94 €

Kinder- und Jugendpsychiater (14210 und 14211)

14217

0,21 €

Neurologe, Neurochirurg (16210 bis 16212)

16218

0,63 €

Orthopäde (18210 bis 18212)

18227

0,21 €

Phoniater, Pädaudiologen (20210 bis 20212)

20227

0,21 €

Psychiater (21210 bis 21212)

21227

0,63 €

Nervenheilkunde, Neurologie und Psychiatrie (21213 bis 21215)

21228

0,63 €

Psychosomatiker (22210 bis 22212)

22219

0,21 €

Urologe (26210 bis 26212)

26227

0,21 €

Physikalische und rehabilitative Medizin (27210 bis 27212)

27227

0,21 €

Schmerztherapeut (30700)

30701

0,94 €

Grundsätzliche Informationen zum Medikationsplan (aus Bundesmantelvertrag)

Vertragsärzte stellen einen Medikationsplan in Papierform aus, sofern der Versicherte mindestens drei verordnete systemisch wirkende Medikamente dauerhaft anwendet und einen Medikationsplan wünscht.

Hausärzte sind zum Ausstellen von Medikationsplänen verpflichtet, Vertragsärzte der fachärztlichen Versorgung nur dann, wenn der Versicherte keinen Hausarzt hat. Der erstausstellende Arzt ist zur weiteren Aktualisierung verpflichtet. Aktualisierungen durch andere Ärzte sind ebenfalls möglich. Laut Gesetz können auch Apotheker den Plan auf Wunsch des Versicherten aktualisieren.

Bei der Erstellung des Medikationsplanes hat der Vertragsarzt grundsätzlich die Medikamente einzubeziehen, die er selbst verordnet hat. Andere Arzneimittel führt er auf, sofern er davon ausreichend Kenntnis hat. Dies können auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente sein.