Medikationsplan ab dem 1. Oktober: Das sind die Vergütungsregeln für Hausärzte

29.09.2016 |

Zum 1. Oktober müssen Ärzte einen Medikationsplan in Papierform ausstellen, sofern es Patienten mit mindestens drei verordneten Medikamenten wünschen. Die Vergütungsregeln sind für Haus- und Fachärzte unterschiedlich.

Einzelleistungsvergütung

Hausärzte sowie Kinder- und Jugendärzte erhalten ab dem 1. Oktober 2016 eine Einzelleistungsvergütung (GOP 01630) für Patienten, die nicht chronisch krank sind (keine Abrechnung der Chronikerpauschale), aber mindestens drei verordnete systemisch wirkende Medikamente dauerhaft – über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen – anwenden.

Die GOP 01630 wird einmal im Jahr als Zuschlag zur Versichertenpauschale 03000 / 04000 gezahlt, wenn der Arzt einen Medikationsplan erstellt hat. Etwaige Aktualisierungen sind damit abgegolten. Die GOP 01630 ist mit 39 Punkten (4,07 Euro) bewertet und wird extrabudgetär bezahlt. Der Zuschlag kann je Patient einmal im Krankheitsfall von einem Vertragsarzt abgerechnet werden.

Zuschlag zur Chronikerpauschale

Für alle chronisch kranken Patienten gibt es pauschal einen Zuschlag zur Chronikerpauschale, unabhängig davon, ob für den Patienten ein Medikationsplan zu erstellen beziehungsweise zu aktualisieren ist.

Der Zuschlag wird leistungsunabhängig einmal im Behandlungsfall gezahlt, d.h. Ärzte erhalten den Zuschlag, unabhängig davon, ob sie für den Patienten einen Plan erstellt oder aktualisiert haben. Der Zuschlag (GOP 03222/04222) ist mit 10 Punkten (ca.1,04 Euro) bewertet und wird extrabudgetär bezahlt.

Der Zuschlag der Hausärzte (GOP 03222) ist nicht berechnungsfähig, wenn in demselben Behandlungsfall der hausärztlich geriatrische Betreuungskomplex (GOP 03362) abgerechnet wird. Dieser vergütet bereits die Erstellung und/oder Aktualisierung eines Medikationsplans.

Der Zuschlag (GOP 03222/04222) ist nicht berechnungsfähig, wenn im Krankheitsfall schon die Einzelleistung (GOP 01630) berechnet wurde.

Der Zuschlag wird von der Kassenärztlichen Vereinigung unter Beachtung der Abrechnungsausschlüsse automatisch zugesetzt.

Grundsätzliche Informationen zum Medikationsplan (aus Bundesmantelvertrag)

Vertragsärzte stellen einen Medikationsplan in Papierform aus, sofern der Versicherte mindestens drei verordnete systemisch wirkende Medikamente anwendet und einen Medikationsplan wünscht.

Hausärzte sind zum Ausstellen von Medikationsplänen verpflichtet, Vertragsärzte der fachärztlichen Versorgung nur dann, wenn der Versicherte keinen Hausarzt hat. Der erstausstellende Arzt ist zur weiteren Aktualisierung verpflichtet. Aktualisierungen durch andere Ärzte sind ebenfalls möglich. Laut Gesetz können auch Apotheker den Plan auf Wunsch des Versicherten aktualisieren.

Bei der Erstellung des Medikationsplanes hat der Vertragsarzt grundsätzlich die Medikamente einzubeziehen, die er selbst verordnet hat. Andere Arzneimittel führt er auf, sofern er davon ausreichend Kenntnis hat. Dies können auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente sein.