Technik-Glossar

Telematik-Infrastruktur, elektronischer Arztausweis, das Sichere Netz der KVen, KV-Connect ... Selbst eingefleischte Technik-Freaks unter Ärzten und Psychotherapeuten können kaum noch folgen. In diesem Technik-Glossar gibt’s den Überblick.

 

Elektronischer Arztbrief/Patientenakte/Patientenfach/Notfalldatensatz

Im Rahmen der Telematik-Infrastruktur sind in naher Zukunft diverse Anwendungen geplant. Der eArztbrief ist bereits im Sicheren Netz der KVen umgesetzt.

 

Elektronischer Heilberufeausweis (eHBA)

Der elektronische Heilberufeausweis ist eine Chipkarte für Ärzte, Psychotherapeuten und andere Heilberufler. Er ersetzt den bisherigen Papierausweis. Mit dem eHBA können digitale Akten digital unterzeichnet werden (elektronische Signatur). Ein entsprechendes Kartenterminal ist Voraussetzung.

 

gematik

Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte, kurz gematik, ist 2004 von den Spitzenverbänden des Gesundheitswesens – KBV, Bundesärztekammer, Deutsche Krankenhausgesellschaft, GKV-Spitzenverband und Deutscher Apothekerverband – gegründet worden, um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematik-Infrastruktur voranzubringen.

 

Telematik-Infrastruktur


Konnektor

Der Konnektor ist der zentrale Baustein der Telematik-Infrastruktur – ähnlich einem DSL-Router, aber auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Der Konnektor verbindet sich mit der Telematik-Infrastruktur. Es ist ein Anschluss für eine Praxis notwendig.

 

KV-Connect

KV-Connect ist das E-Mail-Programm im Sicheren Netz der KVen. KV-Connect ermöglicht das Versenden von verschlüsselten Abrechnungen, Nachrichten, Dokumenten und Arztbriefen aus dem Praxisverwaltungssystem heraus – und zwar zu jedem beliebigen anderen angeschlossenen Praxissystem.

 

KV-SafeNet

KV-SafeNet ist ein Router, wie man ihn auch vom heimischen Internetanschluss kennt – allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Die Sicherheitsanforderungen liegen viel höher. KV-SafeNet baut einen geschützten, vom Internet getrennten Tunnel auf (Virtuelles Privates Netzwerk) und stellt so eine „abhörsichere“ Verbindung zum Sicheren Netz der KVen her.

 

Praxis bzw. Institutskarte (SMC-B)

Der Konnektor kann nur dann zur Telematik-Infrastruktur eine Verbindung aufbauen, wenn die Praxis registriert ist. Dazu dient eine Praxis- bzw. Institutskarte (SMC-B) – vergleichbar einer SIM-Karte fürs Handy. Die Praxiskarte wird in das Terminal gesteckt und in der Regel morgens durch eine PIN aktiviert.

 

Sicheres Netz der KVen (SNK)

Das Sichere Netz der KVen ist sozusagen das Internet der Ärzte. Es funktioniert wie das World Wide Web, ist aber vom „normalen“ Internet abgetrennt und geschützt über ein so genanntes Virtuelles Privates Netzwerk. Zugang hat nur, wer KV-SafeNet nutzt. Eine wesentlich seltenere (und weniger sichere) Anbindungsmöglichkeit ist das KV-Flex-Net.

 

SMC-B

Praxis bzw. Institutskarte

 

Telematik-Infrastruktur (TI)

Die Telematik-Infrastruktur (TI) ist der Oberbegriff für eine technische Struktur, die alle Beteiligten im Gesundheitswesen vernetzt: Ärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser, Apotheker und andere. Der Wirkbetrieb beginnt am 1. Juli 2017. Den Zugang zur TI läuft über den Konnektor. Eine der ersten Anwendungen ist der Versichertenstammdatenabgleich.

 

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)

Die Aktualisierung der Versichertendaten – das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) – ist die erste nennenswerte Anwendung der Telematik-Infrastruktur. Beim Einlesen der elektronischen Gesundheitskarte werden Identifikationsdaten wie Kassennummer und eGK-Nummer an die jeweilige Krankenkasse online übermittelt. Hat die Krankenkasse aktuelle Informationen, zum Beispiel eine neue Adresse, so werden diese Daten automatisch aktualisiert und der Status ist überprüfbar (Karte ungültig, verloren, etc.).

 

Virtuelles Privates Netzwerk (VPN)

Ein Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) verschlüsselt den Datenstrom zwischen mehreren „Partnern“. Sämtliche Gegenstellen, mit denen man sich verbindet, müssen sich vor dem Verbindungsaufbau gegenseitig autorisieren. Somit bleiben Unbefugte außen vor. Bildlich gesprochen schafft ein VPN einen Tunnel durch das Internet, den nur Sender und Empfänger benutzen können.