Laborreform bringt neue Finanzierung und neuen Wirtschaftlichkeitsbonus

22.01.2018 |

Zum 1. April treten neue Vergütungsregeln für Laboruntersuchungen in Kraft. Die Laborreform regelt die Finanzierung zwischen Haus- und Fachärzten neu. Außerdem gibt es einen neuen Wirtschaftlichkeitsbonus und eine niedrigere Mindestquote.

 

Neue Nachschussregelung für Haus- und Fachärzte

Die Höhe der Nachschusssumme fürs Labor aus dem haus- bzw. fachärztlichen Topf wird insgesamt sinken. Denn aus dem Grundbetrag „Labor“ werden ab April 2018 nur noch der Wirtschaftlichkeitsbonus und die auf Muster 10 veranlassten Laboruntersuchungen (Laborüberweisung) vergütet. Alle andere Leistungen, zum Beispiel Untersuchungen in Laborgemeinschaften oder das Spezial-Eigenlabor, werden in den jeweiligen Versorgungsbereich überführt. Zudem ist mit den jetzt gefassten Beschlüssen sichergestellt, dass künftig der Nachschussbetrag zum Grundbetrag „Labor“ dem jeweiligen Anteil der Haus- beziehungsweise Fachärzte am Vergütungsvolumen im Grundbetrag „Labor“ entspricht. Bisher wurde nach dem sogenannten regionalen Trennungsfaktor aus den „Versorgungsbereichstöpfen“ nachfinanziert.

 

Mindestquote von 89 Prozent

Eine weitere Änderung betrifft die Mindestquote für die Vergütung veranlasster Laboruntersuchungen. Sie wird von 91,58 auf 89 Prozent abgesenkt. Damit sollen Laborärzte im Durchschnitt laboratoriumsmedizinische Leistungen zu mindestens 89 Prozent honoriert bekommen. Die Mindestquote gilt auch für den neuen Wirtschaftlichkeitsbonus.

 

Wirtschaftlichkeitsbonus neu geregelt

Direkte Auswirkungen auf die Honorierung von Haus- und Fachärzten werden die Änderungen beim Wirtschaftlichkeitsbonus haben. Er wird so austariert, dass sich eine wirtschaftliche Verordnung von Laborleistungen lohnt. Dabei werden die durchschnittlichen Laborkosten eines Arztes je Behandlungsfall (individueller Fallwert) mit den Kosten seiner Arztgruppe verglichen. Ärzte, die Laboruntersuchungen wirtschaftlich veranlassen und erbringen, können einen höheren Bonus erhalten als bisher. Dazu wird auch die Regelung der Kennnummern (Ausnahmekennziffern) angepasst, die künftig nur noch bestimmte laboratoriumsmedizinische Untersuchungen von der Anrechnung auf die Kosten befreien.


Konkrete Auswirkungen

Detailregelungen der Laborreform wird die KV Bremen in der März-Ausgabe des Landesrundschreibens ausführlich vorstellen. Neben Änderungen im EBM sind gegebenenfalls auch Anpassungen im Honorarverteilungsmaßstab der KV Bremen vorzunehmen.

 

Weitergehende Schritte

Die jetzt beschlossenen Maßnahmen sind aus Sicht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die diese Änderungen mit dem GKV-Spitzenverband ausgehandelt hat, nur ein erster Schritt in einer nachhaltigen Laborreform. Im Hinblick auf die steigenden Kosten des Laborbereichs wurde eine weitergehende Überprüfung der Laboruntersuchungen in den Protokollnotizen zum Beschluss vereinbart.