Botoxtherapie bei Blasenfunktionsstörung abrechenbar

22.01.2018 |

Ab dem 1. Januar 2018 können Urologen und Gynäkologen für die transurethrale Botulinumtoxin-Therapie bei bestimmten Blasenfunktionsstörungen folgende GOP abrechnen:

 

Leistung GOP für
Gynäkologen
GOP für
Urologen
Abrechnungshäufigkeit

Zuschlag zur Zystoskopie für die transurethrale
Therapie mit Botulinumtoxin

Bewertung: 282 Punkte/ 30,05 Euro

neue GOP 08312

Die GOP 08312 ist der Zuschlag zur GOP 08311.

neue GOP 26316

Die GOP 26316 ist
der Zuschlag zur GOP 26310 und 26311.

  • je Sitzung max. fünfmal
  • höchstens fünfzehnmal im Krankheitsfall
  • je vollendete 10 Minuten

Zuschlag für die Beobachtung eines Patienten im Anschluss an die transurethrale
Therapie mit Botulinumtoxin

Bewertung: 143 Punkte/ 15,24 Euro

neue GOP 08313

Die GOP  08313 ist der Zuschlag zur GOP 08312.

neue GOP 26317

Die GOP 26317 ist
der Zuschlag zur GOP 26316.

  • einmal am Behandlungstag
  • höchstens dreimal im Krankheitsfall

Kostenpauschale bei Durchführung
einer transurethralen Therapie mit
Botulinumtoxin für die beim Eingriff
eingesetzte(n) zystoskopische(n)
Injektionsnadel(n), -kanüle(n) oder
-katheter

Bewertung 45,00 Euro

GOP 40161 Je Durchführung einer
transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin

 

Die neuen GOP können bei folgenden Indikationsbereichen abgerechnet werden:

  • idiopathische überaktive Blase mit den Symptomen Harninkontinenz, imperativer Harndrang und Pollakisurie bei erwachsenen Patienten, die auf Anticholinergika nur unzureichend angesprochen oder diese nicht vertragen haben
  • Harninkontinenz bei Erwachsenen mit neurogener Detrusorhyperaktivität bei neurogener Blase infolge einer stabilen subzervikalen Rückenmarksverletzung oder Multipler Sklerose

Die Kosten für die Beschaffung des Arzneimittels Botox trägt die Krankenkasse des gesetzlich versicherten Patienten. Dazu stellt der Arzt dem Patienten ein Rezept aus, das in der Apotheke eingelöst werden kann.

Die Berechnung der neuen GOP setzt eine Genehmigung der KV voraus. Diese wird erteilt, wenn jährlich gegenüber der KV die Teilnahme an einer von der Ärztekammer anerkannten Fortbildungen zur Therapie von Blasenfunktionsstörungen im Umfang von insgesamt mindestens 8 CME-Punkten nachgewiesen wird.

Die Vergütung der fünf neuen GOP sowie der bestehenden GOP 08311, 26310 und 26311 (Zystoskopie), die in derselben Sitzung mit den neuen GOP 08312 oder 26316 (neue Zuschläge) erbracht werden, ist extrabudgetär. Dafür müssen die Zystoskopien nach den GOP 08311, 26310 und 26311 in Verbindung mit einer gleichzeitigen transurethralen Therapie mit Botulinumtoxin nach GOP 08312 und 26316 mit dem Buchstaben „T“ gekennzeichnet werden.