Auch Vierfachimpfstoff über Sprechstundenbedarf beziehen

01.02.2018 |

In einem Zeitungsartikel im Weser Kurier haben Krankenkassen erklärt, dass sie die Kosten für den Vierfachimpfstoff gegen Grippe bei Risikogruppen mit medizinischer Indikation übernehmen. Die Pharmazeutische Beratungsstelle im Land Bremen und die KV Bremen weisen vorsorglich darauf hin, dass Praxen auch den Vierfachimpfstoff unbedingt über den Sprechstundenbedarf beziehen sollten.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hatte Ende November ihre Influenzaschutzempfehlung dahingehend geändert, dass sie die quadrivalenten Vakzinen präferiert. Offenbar dominiert unter den zirkulierenden Influenza-B-Stämme jener, dessen Antigene nur in den Vierfachimpfstoffen vorhanden sind. Da der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Empfehlung noch nicht in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen hat, besteht formal noch kein Anspruch Gesetzlich Versicherter.

Die Pharmazeutische Beratungsstelle im Land Bremen und die KV Bremen empfehlen daher folgende Vorgehensweise:

  • In medizinisch begründeten Fällen kann von der Empfehlung, den rabattierten Impfstoff Influvac zu verordnen, abgewichen und auf den Vierfachimpfstoff zurückgegriffen werden.
  • Auch der Vierfachimpfstoff ist über den Sprechstundenbedarf genehmigungsfrei zu beziehen, um etwaige Regressforderungen der Krankenkassen zu vermeiden. Nicht auf Einzelrezept verordnen!
  • Das Robert-Koch-Institut empfiehlt keine generelle Nachimpfung bereits Geimpfter mit dem tetraviralen Impfstoff. Bei Hochrisikopatienten soll individuell entschieden werden, ob eine Nachimpfung sinnvoll ist.