Praxisvertretung: KV kündigt Vorgehen bei Verstößen an

18.10.2017 |

Wenn Praxen schließen, ohne für eine Vertretung zu sorgen, liegt ein Verstoß gegen vertragsärztliche Pflichten vor. Die KV Bremen wird diese Vergehen künftig ahnden. Das kündigte KV-Vorstand Dr. Jörg Hermann auf der Sitzung der Vertreterversammlung am 17. Oktober an. „Leider müssen wir jetzt amtlich werden.“ Hintergrund ist eine Zunahme von Beschwerden von Patienten und insbesondere von Kollegen.

Die KV habe in den vergangenen Jahren immer wieder auf das Thema aufmerksam gemacht und an die Kollegialität appelliert. „Leider ohne Erfolg“, erklärte Dr. Hermann vor der Vertreterversammlung. „Es kann nicht sein, dass sich einige Praxen an Brückentagen, zu Ferienzeiten und an Freitagnachmittagen aus der Versorgung schleichen und ihren Kolleginnen und Kollegen eine zusätzliche Last aufbürden, ohne sie darüber zu informieren.“

Praxisvertretungen erfordern unbedingt die vorherige Abstimmung untereinander, wobei der Vertragsarzt sich grundsätzlich nur durch einen Facharzt desselben Fachgebietes vertreten lassen darf. Allgemeinärzte und hausärztlichen Internisten können sich gegenseitig vertreten. Außerdem müssen Patienten zum Beispiel über Praxisaushang, einer Ansage auf dem Anrufbeantworter oder ggf. einer Ankündigung auf der Homepage rechtzeitig auf die Vertretung aufmerksam gemacht werden. Ein Verweis auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst geht nicht.

Bei Verstößen, die nach dem 15. Dezember 2017 bekannt werden, wird die KV Bremen Disziplinarverfahren einleiten.

Ausführliche Informationen zum Thema können in Kürze in der Dezemberausgabe des Landesrundschreibens (Erscheinungstermin 14. Dezember) nachgelesen werden. Die wichtigsten Fakten sind auch online abrufbar: Vertretungsregeln: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick