Regresse abwenden: Für diese Präparate fordern die Krankenkassen Geld zurück

07.06.2018 |

Die effektivste Strategie, um Regresse zu vermeiden, ist, auf umstrittene Präparate zu verzichten. Zur Orientierung haben wir eine Liste der Präparate zusammengestellt, für die Krankenkassen in naher Vergangenheit Rückforderungsanträge gestellt haben.

Verordnet ein Vertragsarzt ein Arzneimittel, ohne die Vorgaben der Arzneimittel-Richtlinie zu beachten, können die entstandenen Kosten später von ihm von der Krankenkasse zurückgefordert werden. Werden in großer Zahl unwirtschaftliche Arzneimittel verordnet, droht ein Prüfantrag im Rahmen der Wirkstoffprüfung, dem Nachfolger der Budgetprüfung nach Richtgrößen. Wir zeigen Ihnen im Folgenden beispielhaft auf, wann bei Ihnen Post von der Prüfungsstelle im Briefkasten landen kann.

Nach Auskunft der Prüfungsstelle wurden von den Krankenkassen für die folgenden Präparate am häufigsten Rückforderungsanträge gestellt:

  • Aerius
  • Aggrenox
  • Arthotec
  • Gutron
  • Lyrica
  • Otovowen
  • Pioglitazon (verschiedene Präparate)
  • Uro Vaxom
  • Xusal

Begründet werden die Rückforderungsanträge mit den gesetzlichen Verordnungsausschlüssen oder den Regelungen der Arzneimittel-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Danach wird um Beispiel die Verordnung eines rezeptpflichtigen Arzneimittels beanstandet, wenn verschreibungsfreie Medikamente ausreichend gewesen wären (Grünes Rezept). Teilweise (z.B. Lyrica) wird auch die patienten-individuelle Verordnungsmenge beanstandet.

Die Verordnungsmenge einer Praxis kann Anlass sein, dass Anträge im Rahmen der quartalsbezogenen Wirkstoffprüfung gestellt werden. Da noch keine Verordnungsquoten für die als unwirtschaftlich bzw. unerwünscht angesehenen Wirkstoffe zwischen Krankenkassen und KV Bremen vereinbart wurden, bezogen sich die bisherigen Prüfanträge auf die Überschreitung des Fachgruppendurchschnitts.

Betroffen waren seit dem 1. Quartal 2014 bisher folgende Verordnungen („Prüfthemen“):

  • NOAK-Verordnungen
  • Gliptine
  • Opioidanalgetika (stark wirkende)
  • Prostaglandin-Analoga
  • Hormonelle Klimakteriumstherapeutika (Pat.>60 J.)
  • Testosteron-Präparate (Pat. >60 J.)
  • Cephalosporine
  • Depot-Neuroleptika

Je nach Auswirkung der Prüfmaßnahmen auf die weitere Verordnungsentwicklung in Bremen könnten sich diese Prüfthemen für spätere Quartale wiederholen! Die betroffenen Ärzte wurden im Regelfall nach der Prüfung beraten. Die Beratung vor einem möglichen Regress oder Prüfantrag steht Ihnen natürlich weiterhin offen. Bitte wenden Sie sich bei Bedarf an die G.T.EM. Bremen (0421.497 5400) oder die Pharmazeutische Beratungs- und Prüfstelle Bremen (0421.22 316-0).

Informationen zur Vermeidung von unzulässigen Verordnungen erhalten Sie unter anderem mit der Schnellübersicht zur Verordnungsfähigkeit von Arzneimitteln (pdf - 352 kB)