Teilnahme am Zervixkarzinom-Screening nur bei Partialhysterektomie

04.03.2020 |

Frauen nach zervixerhaltender Partialhysterektomie können an der Früherkennung des Zervixkarzinoms teilnehmen. Abgerechnet wird über die GOP 01761. Die Überweisung zum Zytologen sollte in diesen Fällen die Bemerkung „Portio vorhanden“ oder „Portio in situ“ enthalten. Sollte anatomisch kein Gewebe des Zielorgans des Zervixkarzinomscreenings mehr sichtbar sein, ist als präventive Leistung lediglich die Früherkennung nach GOP 01760 – ohne Zytologie und HPV-Test – berechnungsfähig.

Kontrolluntersuchungen zur Sicherung des Behandlungserfolges nach ambulanten Eingriffen, z. B. einer Konisation, sind kurative Untersuchungen und werden über kurative GOP gemäß EBM abgerechnet.

Bei Frauen nach einer totalen Hysterektomie kann die Untersuchung nach GOP 01761 gemäß organisierter Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (oKFE-RL) nicht durchgeführt werden. Diese Patientinnen (oder auch Patientinnen, die das Screening ablehnen) haben dennoch einen Anspruch auf die gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung nach GOP 01760 ohne Zytologie und HPVTest gemäß Krebsfrüherkennungs-Richtlinie KFE-RL.

Die GOP 01760 kann auch bei Frauen ab 35 Jahren in den zwei Jahren zwischen dem KO-Test des Zervixkarzinomscreenings durchgeführt werden.

Die Überweisung einer Patientin zur Abklärungskolposkopie bei auffälligen Befunden erfolgt mittels Muster 6 und der Kennzeichnung „präventiv“. Dem Kolposkopiker sind mit der Überweisung die Ergebnisse der Zytologie und des HPV-Tests für die Programmdokumentation zu übermitteln.

Wie bisher werden Zytologen von Gynäkologen über das Muster 39 beauftragt. Der Überweisungsschein zur präventiven zytologischen Untersuchung entfällt. Ab dem 1. Januar 2020 löst das überarbeitete Muster 39 die bislang geltende Version ab. Die Abrechnungen der zytologischen Untersuchungen und HPV-Teste erfolgen auf Muster 39 (Scheinart 21).

Werden HPV-Test und zytologische Untersuchung von verschiedenen Praxen durchgeführt, kann der HPV-Test mittels Muster 10 mit der Kennzeichnung „präventiv“ und unter Angabe des Erstveranlassers weiterüberwiesen werden. In diesem Fall erfolgt die Abrechnung des HPV-Tests auf Muster 10 (Scheinart 27). Dies gilt nur für die Weiterüberweisung des HPV-Tests durch Zytologen.

Die neugefasste GOP 32819 (Nachweis von HPV-DNA und/oder HPVmRNA) wird ab dem 1. Januar 2020 mit 18,80 Euro (vorher 28,00 Euro) vergütet.

Die Transportkostenpauschale nach GOP 40100 kann nur von der Praxis abgerechnet werden, die den Auftrag zuerst annimmt. Bei Weiterüberweisungen ist diese unzulässig.

Übergangsregelung: Das Formular Muster 39 bildet aktuell nur die Veranlassung des Primärscreenings ab, nicht jedoch die Leistungen zur Abklärungsdiagnostik auffälliger Befunde. Daher haben KBV und GKV-Spitzenverband eine Übergangsregelung ab dem 1. März 2020 beschlossen: In der ersten Zeile des Freitextfeldes „Gyn. Diagnose“ können die für die differenzierte (Teil-)Beauftragung von Primärscreening oder Abklärung erforderlichen Informationen mit Codes eingetragen werden. Folgende Codes wurden dafür in der Vordruckvereinbarungen der Anlage 2 des Bundesmantelvertrags für Ärzte (BMV-Ä) vereinbart:

  • P-HPV nur HPV-Test im Primärscreening: nur HPV-Test im Primärscreening
  • P-Zyto nur zytologische Untersuchung im Primärscreening: nur zytologische Untersuchung im Primärscreening
  • P-KoTest Ko-Test im Primärscreening: Ko-Test im Primärscreening
  • A-HPV nur HPV-Test in der Abklärung: nur HPV-Test in der Abklärung
  • A-Zyto: nur zytologische Untersuchung in der Abklärung
  • A-KoTest: Ko-Test in der Abklärung