Telematik-Infrastruktur: KBV gibt Handlungsempfehlung

18.10.2017 |

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung empfiehlt Ärzten und Psychotherapeuten folgende Vorgehensweise:

Ärzte und Psychotherapeuten sollten erst dann einen Vertrag zum Anschluss an die Telematik-Infrastruktur (TI) abschließen, wenn wirklich sicher ist, dass alle notwendigen Komponenten lieferbar sind. Fehlt auch nur ein Teil, kann die Praxis das Versichertenstammdatenmanagement nicht durchführen. Unter Umständen, also wenn ein Quartalswechsel dazwischen liegt, wirkt sich das auf die Höhe der Pauschale aus, die die Praxis bei der KV für die TI-Ausstattung abrechnen kann.

Die Pauschalen, die Praxen für die TI-Ausstattung abrechnen können, sollen die Kosten vollständig decken. Ärzte und Psychotherapeuten sollten bei einem Vertragsabschluss darauf achten, dass die Kosten diese Pauschalen nicht überschreiten. Im Gegenteil: In der TI-Startpauschale in Höhe von 900 Euro ist ein Teil als Kompensation für den ärztlichen Mehraufwand bei der Einführung des Versichertenstammdatenmanagements (z.B. Praxisausfall) eingestellt. Diese Pauschale sollte also nicht vollständig an den Anbieter gezahlt werden. Auch zusätzliche eHealth-Kartenterminals sollten vollständig von der dafür vorgesehenen Pauschale finanziert werden können.

In den Pauschalen ist ein Konnektor mit der Fähigkeit zur qualifizierten elektronischen Signatur (QES) eingepreist. Praxen sollten sich ein kostenfreies Update des Konnektors auf die QES-Funktion verbindlich im Vertrag zusichern lassen.

Sobald Praxen an die TI angeschlossen sind, können sie darüber die Anwendungen des Sicheres Netz der KVen nutzen, zum Beispiel die Online-Abrechung. Hierfür sollen keine weiteren Gebühren anfallen.