TSVG: Vier Termine pro Woche für die Terminservicestelle

17.04.2019 |

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) sorgt dafür, dass Patienten deutlich mehr Termine bei den Terminservicestellen nachfragen werden als bisher. Ärzte sind daher angehalten, ab 6. Mai 2019 wöchentlich vier Termine für die Terminservicestelle bereitzustellen.

 

WAS

Praxen stellen pro Woche vier Termine pro Arzt für die Terminservicestelle der KV Bremen bereit. Dies gilt ab dem 6. Mai 2019. Die KV Bremen erwartet, dass auch künftig nach dem Prinzip der Freiwilligkeit gearbeitet werden kann.

WARUM

Kern des TSVG ist, Patienten den Zugang zur ambulanten Versorgung zu erleichtern. Im Gesetz ist explizit formuliert: „Vertragsärzte sind verpflichtet, der Terminservicestelle freie Termine zu melden.“

WER

  • Die Regelung gilt für alle ärztlichen Fachgruppen, die auch bisher Termine melden sollen.
  • Neu dazugekommen sind Haus- sowie Kinder- und Jugendärzte.
  • Für Psychotherapeuten gelten die bekannten Regelungen fort (Sprechstunde, Akutbehandlung).

HAUSÄRZTLICHE VERSORGUNG

Das TSVG unterscheidet zwischen „normalen“ Terminen und Terminen für Gesundheitsuntersuchungen im Kindesalter (U-Untersuchungen). Außerdem soll die Terminservicestelle „Versicherte bei der Suche nach Haus-, Kinder- und Jugendärzten unterstützen“ (Dauerbehandlung). Die KV Bremen bezweifelt, dass diese Vorgaben in der Praxis umsetzbar sind. Deshalb macht die KV Bremen dazu keine weiteren Regelungen.

WIE

Die Termine können bequem über das Webportal eTerminservice eingetragen und verwaltet werden.

 

 

Frank Völz, stellvertretender Vorstand der KV Bremen

Was bedeutet das TSVG? Der Gesetzgeber greift massiv in Ihr Praxismanagement ein: Sie sind verpflichtet, der Terminservicestelle Termine zu melden. Das ist zweifelsohne ein schwerer Eingriff in Ihre Autonomie.

Wenn Sie mich aber fragen, was sich konkret in Ihrer Praxis ändern wird? Dann ist meine Antwort: Vermutlich nicht so viel, wie befürchtet. Denn das Spahn‘sche Gesetz wird die Leute nicht „kränker“ machen. Die Anzahl der Termine je Praxis sollte sich nicht signifikant erhöhen, wenn sich alle beteiligen.

Ob der Patient über den „Umweg“ Terminservicestelle in Ihre Praxis kommt oder auf „klassischen Wegen“, macht am Ende des Tages wenig Unterschied. Allerdings werden TSS-Fälle besser vergütet. Letzten Endes entscheiden Sie selbst, in welchem Umfang Sie sich beteiligen. Melden Sie das Minimum an Terminen oder nutzen Sie die Terminservicestelle intensiv.

Wir wünschen uns sehr, dass sich die Nachfrage der Patienten und das Angebot der Praxen in Einklang bringen lassen. Niemand möchte, dass die KV die Regeln verschärfen muss. Deshalb appelliere ich an Sie, die Terminvermittlung via Terminservicestelle auch als eine Chance zu sehen: Schicken Sie uns gerne mehr Termine als gefordert, wenn Sie freie Kapazitäten haben.

Ihr Frank Völz,
stellvertretender Vorstand der KV Bremen