TSVG: Was gilt wann? Die Änderungen im Zeitraffer

11.06.2019 |

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) ist am 11. Mai in Kraft getreten ‒ später als geplant. Dadurch verschieben sich einige Neuerungen, wie zum Beispiel die offene Sprechstunde für grundversorgende Fachärzte. Was gilt also ab wann? Der Zeitstrahl gibt einen Überblick.

Das TSVG umfasst neben den Vorgaben rund um die Terminvermittlung noch viele andere Neuerungen. Diese betreffen beispielsweise die Heilmittelversorgung, Wirtschaftlichkeitsprüfung und Digitalisierung.

Mit Start des TSVG erhalten Ärzte und Psychotherapeuten die Leistungen im Behandlungsfall, die aufgrund der Terminvermittlung durch die TSS erforderlich sind, extrabudgetär und damit in voller Höhe vergütet.

Dagegen gelten Regelungen wie die offenen Sprechstunden von grundversorgenden Fachärzten nicht wie vorgesehen ab August, sondern erst ab September. Grund ist, dass das Gesetz im Mai und nicht schon wie ursprünglich geplant im April in Kraft getreten ist. Das gilt unter anderem auch für die Zuschläge zur Grund- und Versichertenpauschale, die Ärzte und Psychotherapeuten für Patienten erhalten, die über die TSS vermittelt werden.

Viele Details, beispielsweise zu den offenen Sprechstunden oder der Abrechnung und Kennzeichnung der neuen Leistungen, müssen erst noch mit den Krankenkassen verhandelt werden. Sobald Ergebnisse vorliegen, wird die KV Bremen informieren.

 

Mai 2019:

  • mindestens 25 Sprechstunden
  • TSS vermittelt auch Haus- und Kinder- & Jugendärzte
  • TSS-Patienten extrabudgetär
  • Fachärzte: dringende Hausarztvermittlungsfälle extrabudgetär
  • Frist für Wirtschaftlichkeits- und Abrechnungsprüfungen von vier auf zwei Jahre verkürzt
  • 0,1 bis 0,2 Prozent der Gesamtvergütung für Strukturfonds
  • Förderung der Weiterbildung von grundversorgenden Fachärzten wird auf bundesweit 2.000 verdoppelt. Kinder- und Jugendärzte dabei. Regelungen folgen.

 

Juli 2019:

  • Neue Bedarfsplanung

 

September 2019:

  • Honorarzuschläge für TSS-Patienten
  • Hausärzte: 10 Euro für Vermittlung eines Facharzttermins
  • Neue Patienten extrabudgetär
  • Grundversorgende Fachärzte(?): 5 offene Sprechstunden; extrabudgetär
  • PT-Akutbehandlung: extrabudgetär
  • Neue Regelungen zur Präexpositionsprophylaxe

 

Januar 2020:

  • Unter 116117 ist auch die TSS erreichbar ‒ rund um die Uhr (24/7)
  • Standardisiertes Ersteinschätzungsverfahren (SmED)
  • Terminvermittlung auch über App

 

Oktober 2020:

  • Blankoverordnungen für Heilmittel
  • Genehmigungspflicht für Heilmittel entfällt

 

Januar 2021:

  • Krankenkassen bieten flächendeckend ePatientenakten an
  • AU-Bescheinigungen digital an die Krankenkassen

 

Januar 2022:

  • Neue Kodierrichtlinien