Umfassende Änderungen beim „Check-Up 35“ kommen

03.09.2018 |

Gesetzlich Versicherte sollen künftig nur noch alle drei Jahre Anspruch auf den „Check-Up 35“ haben. Dafür wird die Vorsorgeuntersuchung erweitert. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist noch nicht rechtskräftig und die Honorierung nicht geregelt.

Diese Änderungen sollen kommen:

  • Gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren haben künftig nur noch alle drei – bisher alle zwei Jahre – Anspruch auf eine Gesundheitsuntersuchung.
  • Versicherte ab dem vollendeten 18. bis zum 35. Lebensjahr haben künftig einmalig Anspruch auf die Gesundheitsuntersuchung. Dabei sind Blutuntersuchungen nur bei entsprechendem Risikoprofil durchzuführen, eineUrinuntersuchung ist nicht vorgesehen.
  • In der Anamnese der Gesundheitsuntersuchung sollen die familiären Risiken für Krebserkrankungen (z. B. Brustkrebs, Darmkrebs, malignes Melanom) stärker berücksichtigt werden.
  • Künftig wird ein vollständiges Lipidprofil erstellt, bestehend aus Gesamtcholesterin, LDL- und HDL-Cholesterin sowie Triglyceriden.
  • Die Impfanamnese wird zusätzlich neuer Bestandteil der Gesundheitsuntersuchung.
  • Zudem sollen kardiovaskuläre Risiken mittels Risk-Charts systematisch erfasst werden, wenn dies aus ärztlicher Sicht angezeigt ist. Je nach Ergebnis erfolgt eine Beratung, wie das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung minimiert werden kann.
  • Die Berichtspflicht der Gesundheitsuntersuchung auf dem Muster 30 entfällt. Die Dokumentation erfolgt künftig ausschließlich in der Patientenakte.

Die Vergütung wird innerhalb von sechs Monaten festgelegt. Erst wenn darüber entschieden ist, können Vertragsärzte die neue Gesundheitsuntersuchung durchführen und zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen.

Sobald der Beschluss in Kraft tritt und Einzelheiten zur Vergütung und Abrechnung feststehen, wird die KV Bremen informieren.