Umschlagsverfahren ab Januar neu geregelt

28.12.2016 |

Die Übermittlung von Befunden an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ist ab Januar 2017 neu geregelt. Vertragsärzte senden Unterlagen für gutachterliche Stellungnahmen künftig zusammen mit einem Weiterleitungsbogen der Krankenkassen direkt an den MDK.

Für die Übermittlung der Befunde erhalten Vertragsärzte ab Januar von der Krankenkasse des Versicherten neben dem Schreiben, aus dem der Grund für die Begutachtung hervorgeht, einen bereits vollständig ausgefüllten Weiterleitungsbogen (Muster 86). Dieser enthält unter anderen die Anschrift des MDK, eine Vorgangsnummer und die Daten des Patienten.

Vertragsärzte fügen dem Weiterleitungsbogen lediglich die angeforderten Unterlagen in Kopie bei und schicken diese direkt an den MDK – nicht mehr wie bisher in einem separaten Umschlag an die Krankenkasse. Dafür stellen die Kassen weiterhin einen Freiumschlag bereit – ab 1. April 2017 verbindlich im Format C5. Das Problem, dass die Umschläge mitunter zu klein sind, ist damit behoben.

Liegen beim Arzt weitere für die Beurteilung durch den MDK relevante Informationen oder Besonderheiten vor, können diese formlos den Unterlagen für den Gutachter beigefügt werden.

Die Neuregelung geht auf eine geänderte gesetzliche Regelung zurück, nach der Vertragsärzte die Unterlagen „unmittelbar“ an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) übermitteln müssen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte hatte beanstandet, dass bei dem bisherigen Verfahren die Daten nicht ausreichend geschützt seien.

Das neue Verfahren gilt nicht im Rahmen des Behandlungsfehlermanagements. Die Krankenkassen können ihre Versicherten bei Behandlungsfehlern gem. § 66 SGB V unterstützen und benötigen in diesem Zusammenhang weiterhin die notwendigen Behandlungsunterlagen. Diese können weiterhin direkt an die Krankenkassen weitergeleitet werden.

 

Weiterleitungsbogen für angeforderte Befunde an den MDK (Muster) (pdf - 544 kB)