Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Crux mit Einweisung & Überweisung

19.04.2017 |

Darf eine Überweisung zusätzlich zur Einweisung ausgestellt werden? Immer wieder verlangen Krankenhäuser danach. Die Antwort muss immer Nein lauten. Wir haben die Fakten zum Thema hier zusammengetragen.

  • Eine Verordnung von Krankenhausbehandlung (Muster 2) ist immer dann auszustellen, wenn eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist. Dabei ist es unerheblich, ob die Behandlung vollstationär (§ 39 SGB V) teilstationär bzw. vor- und nachstationär (§ 115 a SGB V) ist. Das Krankenhaus entscheidet, welche Behandlung bei der jeweiligen Erkrankung angezeigt ist.
  • Wenn aus organisatorischen Gründen die vollstationäre Aufnahme im Krankenhaus nicht sofort nach Ausstellung der Einweisung möglich ist, ist es nicht notwendig, zu einem späteren Zeitpunkt erneut eine Einweisung auszustellen.
  • Werden vor einem stationären Aufenthalt bzw. einer Operation diagnostische Leistungen, zum Beispiel zur Beurteilung der Narkose- bzw. Operationsfähigkeit, Röntgen-, CT- oder MRT-Untersuchungen verlangt, fallen diese in die Leistungspflicht des Krankenhauses. Das Krankenhaus kann daher vom behandelnden Vertragsarzt nicht die prästationäre Diagnostik verlangen.
  • Die vom einweisenden Vertragsarzt im Rahmen der Indikationsstellung erhobenen Befunde sowie die sonstigen vorliegenden für die Krankenhausbehandlung relevanten Befunde sind dem Krankenhaus jedoch zu übergeben.
  • Soweit solche Untersuchungen nicht vom Krankenhaus selbst oder im Rahmen der stationären Aufnahme durchgeführt werden, kann der damit beauftragte Vertragsarzt die entsprechenden Leistungen direkt dem Krankenhaus (nach GOÄ) in Rechnung stellen. Dies sollte aber vorab mit dem Krankenhaus abgeklärt werden.
  • Es ist unzulässig, eine zusätzliche Überweisung für einen Patienten auszustellen, der bereits eine Einweisung ins Krankenhaus erhalten hat. Das Krankenhaus hat den Fall mitsamt allen prä- und poststationären Leistungen anhand der Einweisung stationär zu behandeln.
  • Es dürfen also weder für das Aufnahmegespräch noch für andere prästationäre Leistungen zusätzliche Überweisungsscheine ausgestellt werden.
  • Grundsatz ist: Da die vor- und nachstationäre Behandlung von der Einweisung erfasst wird, kann ein Krankenhaus für diese Leistungen nicht noch zusätzlich eine Überweisung verlangen.
  • Eine Überweisung an einen ermächtigten Arzt oder eine ermächtigte Ambulanz ist möglich ‒ allerdings nur und ausdrücklich im Rahmen des Ermächtigungsumfangs. Der Überweisungsempfänger ist namentlich zu nennen, er muss die Leistungen persönlich erbringen und rechnet dann über den Überweisungsschein mit der KV ab.
  • Ist als Ergebnis dieser Konsiliaruntersuchung eine Krankenhausbehandlung angezeigt, ist selbstverständlich wie oben dargestellt, eine Krankenhauseinweisung auszustellen.
  • Eine zweite Einweisung für denselben Behandlungsfall auszustellen, ist unzulässig. Eine Einweisung ist grundsätzlich gültig, bis der Behandlungsfall vom Krankenhaus abgeschlossen wird. Diesbezüglich gibt es nur wenige Ausnahmefälle, insbesondere bei onkologischen Erkrankungen (z.B. die Durchführung einer Chemotherapie) oder der Behandlung von Neugeborenen. In diesen Ausnahmefällen ist für eine erneute (teil-)stationäre Aufnahme aufgrund derselben Erkrankung eine neue Einweisung erforderlich und darf dementsprechend auch ausgestellt werden.
  • Die vorgenannten Regelungen gelten nicht für stationäre Behandlungen in Belegkrankenhäusern und Belegabteilungen.