Vertrag Psychische Erkrankungen: Wie auch Hausärzte davon profitieren

04.03.2020 |

Bereits 147 Patienten sind seit Start des Programms „Psychische Erkrankungen“ in Bremen und Bremerhaven eingeschrieben. Hausärzte profitieren, weil ihre Patienten optimal in die für sie passende Versorgung vermittelt werden.

Vor vier Monaten startete der Vertrag „Psychische Erkrankungen“ mit der AOK Bremen/Bremerhaven und der hkk im Land Bremen unter Beteiligung der KV Bremen. Dabei geht es um eine schnelle bedarfsorientierte Versorgung von Patienten mit psychischen Erkrankungen mittels fachärztlicher oder psychotherapeutischer Behandlung, über eine Online-Selbsthilfe, Telefon-Coaching oder die Vermittlung in Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen. Kooperationspartner der Krankenkassen ist dabei die IVP Networks GmbH in Hamburg mit einem Team von Medizinern, Psychotherapeuten und Fachpflegekräften. Zusätzlich sind fünf psychiatrische Pflegedienste in Bremen und Bremerhaven mit im Boot. Die Vermittlung läuft über ein Online-Portal.

Die teilnehmenden Ärzte nutzen das Angebot insbesondere für ihre Patienten mit depressiven Episoden sowie neurotischen Belastungs- und somatoformen Störungen. Interessant für Hausärzte ist, dass sie einen schnellen Zugang zu einer fachärztlichen oder psychotherapeutischen Weiterbehandlung ihrer Patienten erhalten. So können akute Krisen besser bewältigt werden. Der Hausarzt behält den Patienten dabei weiter im Blick, denn er kann den Verlauf der Behandlung sowie die eingesetzten Module über das Online-Portal einsehen. Teilnehmende Psychotherapeuten tragen mit persönlichen Assessments und Kurzeit-Psychotherapien zur bedarfsgerechten Patientenversorgung bei. Die Regelversorgung bleibt dabei unangetastet.

Eine Auswertung der eingesetzten Module im Versorgungsprogramm zeigt, dass die Steuerung durch beteiligte Haus- oder Fachärzte die am stärksten nachgefragte Behandlungsmethode ist. Es folgt das Telefon-Coaching. Aber auch die ambulante Komplexbehandlung und das Online-Training werden eingesetzt. Ausbaufähig ist die Vermittlung der Patienten in ambulante Psychotherapie.

 

Welche Patienten können eingeschrieben werden?

  • Patienten, die mind. 18 Jahren alt sind und eine F2*-, F3*-, F4*- oder F6*- Diagnose aufweisen
  • Patienten mit einem akuten Behandlungsbedarf
  • Patienten, denen eine längere Arbeitsunfähigkeit bzw. ein Krankenhausaufenthalt droht

 

Wer kann an dem Vertrag teilnehmen?

Derzeit nehmen 50 Ärzte verschiedener Fachgruppen und Psychotherapeuten teil. Die größte Gruppe sind Hausärzte und Allgemeinmediziner.

 

Die häufigsten vermittelten Behandlungsmethoden

  • Fachärztliche Steuerung (66)
  • Telefon-Coaching (60)
  • Online-Selbsthilfe (40)
  • Amb. Komplexbehandlung (30)
  • Notfall (3)
Quelle: IVPnet, Datenbestand 04.02.2020