Vertreterversammlung fordert vollständige Übernahme der TI-Kosten

14.03.2018 |

In einer einstimmig verabschiedeten Resolution forderte die Vertreterversammlung der KV Bremen auf ihrer Sitzung am 13. März die vollständige Übernahme aller Kosten für den Anschluss der Praxen an die Telematik-Infrastruktur (TI) durch die Krankenkassen. Die Vertreter kritisieren insbesondere, dass die Kostenpauschalen stufenweise abgesenkt werden und im dritten Quartal 2018 nicht mehr kostendeckend sein werden. Gleichzeitig sind viele Anbieter nicht in der Lage, die notwendige Hardware rechtzeitig zu liefern. „Dies ist nicht hinnehmbar, da die Verzögerungen in keiner Weise durch die Vertragsärzte und -psychotherapeuten verantwortet werden“, heißt es in dem Resolutionstext. Daher fordert die Vertreterversammlung, dass die Pauschalen auf dem Niveau des ersten Quartals 2018 festgeschrieben werden.

 

Der Resolutionstext im Wortlaut:

Vollständige Übernahme aller Kosten für den Anschluss unserer Praxen an die Telematik-Infrastruktur durch die Krankenkassen!

Auch nach Verlängerung der Frist für den Anschluss aller vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen Praxen an die Telematik-Infrastruktur bis zum Ende dieses Jahres zeichnet sich ab, dass durch die erheblichen Verzögerungen in der Bereitstellung der technischen Voraussetzungen von Seiten der Anbieter viele Praxen die gesetzlichen Auflagen nur unter großen Anstrengungen werden erfüllen können. Ebenso ist es nach derzeitigem Stand sicher, dass ein erheblicher Teil der Kosten auch aufgrund der Verzögerungen von den Praxen getragen werden müssen, obwohl gesetzlich eine vollständige Kostenübernahme durch die Krankenkassen vorgesehen ist. So steht für eine große Zahl von Praxis-EDV-Systemen bis heute keine Hardware zur Verfügung. Dennoch werden die Kostenpauschalen nach jetzigem Stand von Quartal zu Quartal abgesenkt, so dass sie spätestens im dritten Quartal sicher nicht mehr kostendeckend sein werden. Dies ist nicht hinnehmbar, da die Verzögerungen in keiner Weise durch die Vertragsärzte und -psychotherapeuten verantwortet werden.

Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen unterstützt nachdrücklich ihren Vorstand und den Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in ihrer Forderung nach einer vollständigen Übernahme aller Kosten, die den Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten durch den Anschluss ihrer Praxen an die Telematik-Infrastruktur entstehen, durch die gesetzlichen Krankenkassen. Der Vorstand der KBV wird aufgefordert, in seinen Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband eine Fortschreibung der mit dem Bundesschiedsamt ausgehandelten Pauschalen auf dem Niveau des ersten Quartales 2018 zu fordern.

Bremen, den 13. März 2018