Vertreterversammlung verärgert über Fehlsteuerung in Klinikambulanzen

16.03.2016 |

Krankenhäuser, die für ihre Notfallambulanzen die Werbetrommel rühren und gleichzeitig beklagen, dass die Ausgaben nicht kostendeckend seien: Die steigende Zahl ambulanter Fälle in den Kliniken beschäftigte die Vertreterversammlung der KV Bremen auf ihrer Sitzung am 15. März.

Verärgerung über die Fehlsteuerung macht sich breit. „Die Krankenhäuser eröffnen strahlende Ambulanzen und klagen dann bei der Politik, dass diese nicht ausreichend finanziert werden“, hob der Vorsitzende der Vertreterversammlung, Dr. Thomas Liebsch, hervor. Für dieses Problem sollte das KV-System in naher Zukunft Lösungen anbieten. Diese müssten auch und gerade am Patienten ansetzen. Liebsch: „Ich haben mit Patienten gesprochen, die sich an einem Tag gleich zweimal mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus haben fahren lassen. Wegen Nasenbluten und Rückenschmerzen.“ In dieses Bild passen auch die Klagen der Feuerwehren in Bremen und Bremerhaven über drastisch gestiegene Rettungseinsätze, die sich häufig als Lappalien herausstellen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung arbeitet derzeit an Konzepten zur Patientensteuerung.

Wie sektorübergreifende Kooperation funktioniert, zeigt die Zusammenarbeit zwischen dem KV-Bereitschaftsdienst Bremen-Stadt mit dem St. Joseph-Stift. „Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Triage sehr gut glückt“, betonte der stellvertretende KV-Vorstand Günter Scherer. Im November 2015 wurde die neue Zentrale eröffnet. Gespräche werden derzeit auch mit dem Klinikum Bremen-Nord geführt.