Vertretungsregeln: Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

08.12.2016 |

Wer die Praxis schließt ‒ und sei es nur für einen Tag ‒ muss für einen Vertreter sorgen. Immer wieder kommt es zu Schwierigkeiten in den Stadtteilen, insbesondere in den Urlaubszeiten, wenn Praxen untereinander keine Absprachen treffen. Wir haben für Sie die wichtigsten Fakten zum Thema Vertretung zusammengefasst.

  • Der Vertragsarzt ist grundsätzlich verpflichtet, seine vertragsärztliche Tätigkeit persönlich auszuüben. Eine Vertretung ist zulässig bei Krankheit, Urlaub, Fortbildung, Wehrübung oder im zeitlichen Zusammenhang mit einer Entbindung. Wichtig: Wer vertreten wird, darf auch nicht in der Praxis sein!
  • Dauert eine Vertretung länger als eine Woche bis maximal drei Monate, muss dies der KV formlos mitgeteilt werden. Der Name des Vertreters und seine Qualifi kation sind anzugeben. Einzelne Vertretungszeiten werden addiert.
  • Ist eine Vertretung von bis zu einer Woche geplant, muss sie der KV zwar nicht mitgeteilt, wohl aber organisiert werden. Im Zusammenhang mit einer Entbindung kann sich eine Vertragsärztin bis zu einer Dauer von zwölf Monaten ohne Genehmigung vertreten lassen.
  • Eine Vertretungszeit, die in Summe über drei Monate hinausgeht, muss schriftlich bei der KV unter Nennung der Gründe, der Dauer, des Vertreters sowie dessen Qualifikation beantragt werden.
  • Normalerweise läuft eine Vertretung durchgehend über mehrere Tage oder Wochen. Eine regelmäßige tageweise Vertretung ist gesetzlich nicht geregelt. Daher prüft die KV im Einzelfall, in welchen Fällen diese zulässig ist. Denkbar wäre, dass Sie beispielsweise über einen längeren Zeitraum an einer Fortbildung an einem bestimmten Wochentag teilnehmen und sich während dieser Zeiten vertreten lassen wollen. Sie müssen allerdings beachten: In diesen Fällen werden nicht die einzelnen Tage addiert. Der Dreimonatszeitraum beginnt mit dem ersten Tag.
  • Genehmigungspflichtige Leistungen dürfen vom Vertreter nur erbracht werden, wenn dieser die entsprechende Qualifikation aufweist. Auf Wunsch prüft die KV, ob die Qualifikation vorliegt (0421 / 3404-330).
  • Ein Vertragsarzt darf sich in der Regel nur von einem Arzt mit abgeschlossener Weiterbildung in demselben Fachgebiet vertreten lassen.
  • Lassen Sie sich von einem Kollegen in dessen Praxis vertreten (kollegiale Vertretung), rechnet dieser seine Leistungen auf dem Vertreterschein (Muster 19) ab. Der Vertreter kennzeichnet die Leistungen mit seiner LANR und BSNR. Für die von ihm ausgestellten Verordnungen ist er selbst verantwortlich.
  • Lassen Sie sich durch einen Kollegen in Ihren Praxisräumen vertreten, rechnen Sie die Leistungen des Vertreters auf einem Originalschein als Ihre Leistung ab. Sie kennzeichnen die Leistungen mit Ihrer LANR und BSNR. Sie übernehmen auch die Verantwortung für die vom Vertreter ausgestellten Verordnungen.
  • Lassen Sie sich innerhalb einer Berufsausübungsgemeinschaft (BAG) von einem Kollegen aus dieser Praxis „vertreten“, verwendet der vertretende Arzt seine eigene LANR. Streng genommen liegt hier keine Vertretung im rechtlichen Sinne vor.
  • Vertreten sich angestellte Ärzte in der Praxis oder im MVZ gegenseitig, verwenden sie die LANR des jeweils vertretenden Arztes.
  • Jegliche Vertretungszeiten ‒ auch Vertretungen von einer Woche bzw. an einzelnen Tagen - sind bei der Einreichung der Honorarabrechnung auf der Erklärung zur Quartalsabrechnung anzugeben.
 
 

 

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