Videosprechstunde: GOP und Indikationsliste schon zum 1. April da

09.03.2017 |

Die Videosprechstunde kann bereits ab 1. April und somit ein Quartal früher als angekündigt abgerechnet werden. Dazu wurde ein Technikzuschlag sowie eine Zuschlagsziffer eingeführt. Außerdem liegt nun eine Indikationsliste vor.

Zur Förderung von Videosprechstunden erhalten Ärzte ab April bis zu 800 Euro jährlich. Dafür gibt es einen Technik- und Förderzuschlag GOP 01450 (4,21 Euro bzw. 40 Punkte) je Arzt-Patienten-Kontakt für bis zu 47,5 Videosprechstunden pro Arzt und Quartal.

  • Die GOP 01450 wird als Zuschlag zur Versichertenpauschale, zu den meisten Grundpauschalen, zu den Konsiliarpauschalen des Kapitels 25, zur schmerztherapeutischen Pauschale (GOP 30700) und zur neuen GOP 01439 gezahlt. (Die neue GOP 01439 ist berechnungsfähig, wenn ein Arzt-Patienten-Kontakt in einem Quartal ausschließlich per Video stattfindet.)
  • Den Zuschlag gibt es für maximal 47,5 Videosprechstunden pro Arzt und Quartal (= 1.899 Punkte). Er ist damit auf rund 200 Euro begrenzt. Die Vergütung erfolgt extrabudgetär.
  • Die GOP 01450 ist nur abrechnungsfähig, sofern es sich bei der Verlaufskontrollein der Videosprechstunde um eine Folgebegutachtung handelt; das heißt, der Patient muss in demselben Quartal wegen der Beschwerden mindestens einmal in der Praxis gewesen sein.

Videosprechstunden können eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen. Die Konsultation ist deshalb Inhalt der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale und somit nicht gesondert berechnungsfähig. Für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal nicht die Praxis aufsucht, wurde eine analoge Regelung zum telefonischen Arzt-Patienten-Kontakt vereinbart und die neue GOP 01439 (9,27 Euro bzw. 88 Punkte) aufgenommen, die einmal im Behandlungsfall abrechenbar ist.

  • Auf die GOP 01439 wird der Technikzuschlag für die Videosprechstunde (GOP 01450) gezahlt.
  • Die GOP 01439 kann abgerechnet werden, wenn der Arzt-Patienten-Kontakt nur im Rahmen einer Videosprechstunde stattfindet und folglich im Quartal keine Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale abgerechnet wird.
  • Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Patient in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal in der Praxis persönlich vorstellig geworden ist und die Verlaufskontrolle durch dieselbe Praxis erfolgt wie die Erstbegutachtung.
  • Die GOP ist – mit Ausnahme der GOP 01450 – nicht neben anderen GOP berechnungsfähig.

Außerdem wurde für eine Reihe von GOP, die mindestens drei persönliche Arzt-Patienten-Kontakte im Behandlungsfall voraussetzen, vereinbart, dass einer dieser persönlichen Kontakte auch im Rahmen einer Videosprechstunde stattfinden kann. Dies gilt für die GOP 02310, 07310, 07311, 07330, 07340, 10330, 18310, 18311, 18330 und 18340.

Leistungen der Videosprechstunde können nur abgerechnet werden, wenn die Voraussetzungen gemäß der Anlage 31b zum Bundesmantelvertrag-Ärzte erfüllt sind. Dies weist die Praxis durch eine Erklärung des Videodienstanbieters gegenüber der KV nach.

Videosprechstunden können bei folgenden Anlässen durchgeführt werden:

  • Visuelle postoperative Verlaufskontrolle einer Operationswunde
  • Visuelle Verlaufskontrolle einer/von Dermatose(n), auch nach strahlentherapeutischer Behandlung
  • Visuelle Verlaufskontrolle einer/von akuten, chronischen und/oder offenen Wunden
  • Visuelle Beurteilung von Bewegungseinschränkungen/-störungen des Stütz- und Bewegungsapparates, auch nervaler Genese, als Verlaufskontrolle
  • Beurteilung der Stimme und/oder des Sprechens und/oder der Sprache als Verlaufskontrolle
  • Anästhesiologische, postoperative Verlaufskontrolle

Folgende Fachärzte dürfen ab 1. April 2017 Videosprechstunden durchführen und abrechnen:
Hausärzte / Kinder- und Jugendärzte / Anästhesisten / Augenärzte / Chirur-gen / Hals-Nasen-Ohrenärzte / Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen / Neu-rologen, Nervenärzte und Neurochirurgen / Orthopäden / Gynäkologen / Dermatologen / Fachärzte für Innere Medizin / Psychiater / Urologen / Pho-niater und Pädaudiologen / Fachärzte für physikalische und rehabilitative Medizin

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