Vorstandsinformation zur anstehenden Impfung gegen das Coronavirus

14.01.2020 |

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

aus vielen Rückmeldungen und Nachfragen wissen wir, dass Ihnen die Corona-Impfkampagne ein großes Anliegen ist. Insbesondere wollen Sie wissen: Wann sind mein Praxisteam und ich an der Reihe? Wie geht es vonstatten? Und wo wird geimpft? Auf diese Fragen wollen wir antworten, soweit es zum jetzigen Zeitpunkt möglich ist.

Die gute Nachricht vorneweg: Die Bremer Politik hat sich eindeutig dazu bekannt, dass die Niedergelassenen mit hoher bzw. höchster Priorität Zugang zur Impfung erhalten sollen. In einer Pressemitteilung vom Montag dieser Woche erklärt Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard: „Neben den Beschäftigten in den Krankenhäusern und den Hochbetagten, werden in den kommenden Wochen auch niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten Impfungen angeboten werden. Die Niedergelassenen fallen nach derzeitigem Stand der Stiko-Empfehlung in die Priorisierungsgruppe II, teilweise können sie jedoch auch schon der Gruppe I zugeordnet werden.“

Mit dieser konkreten Aussage ist aus unserer Sicht auch die heftige Kommunikationspanne vom Wochenende wettgemacht. Im Weser-Kurier und in der Nordsee Zeitung hatte das Land in großseitigen Anzeigen für die Impfkampagne geworben, allerdings bei den Hinweisen zur Priorisierung den ambulanten Bereich nicht genannt. Daraufhin haben wir bei der Senatorin interveniert und die oben genannte Zusagen erhalten.

In Anwendung der Stiko-Kriterien zur Priorisierung hat die KV Bremen am gestrigen Mittwoch offiziell eine Mitgliederliste an die zuständige Stelle übergeben, wobei 45 Praxen und MVZ mit etwa 440 Mitarbeitenden (ärztliches und nicht-ärztliches Fachpersonal) der höchsten Priorisierungsgruppe I zugeordnet sind (Anästhesie, Nephrologie, Onkologie, Pneumologie, Strahlentherapie) und alle anderen ärztlichen und psychotherapeutisch-tätigen Mitglieder der KV Bremen der Priorisierungsstufe II.

In diesem Zusammenhang bekommt auch die Online-Abfrage zur Impfbereitschaft eine Bedeutung. Die KV Bremen hatte ab Mitte Dezember ihre Mitglieder gebeten, sich selbst und ihr Praxispersonal für die bevorstehende Impfkampagne zu registrieren. Insgesamt sind bis dato 4.763 Personen namentlich gemeldet worden. Das ist eine hervorragende Bilanz! Es dokumentiert das hohe Verantwortungsbewusstsein der im ambulanten Sektor Tätigen und es erleichtert die Ansprache der Praxen durch die zuständigen Stellen, sobald die Impfung beginnt. Wir, die Vorstände der KV Bremen, möchten uns für diese Resonanz auf die Abfrage ausdrücklich bei Ihnen bedanken. Das war für die politische Kommunikation und der Außendarstellung wichtig und hat mit Sicherheit dazu beigetragen, dass die politisch Verantwortlichen in Bremen den ambulanten Bereich bei der Impfpriorisierung höher bewerten als andernorts. Wer sich noch registrieren möchte, kann dies nach wie vor tun. Das Online-Formular ist über die Startseite von kvhb.de erreichbar.

Einen offiziellen Zeitplan für die Impfung hat das Land noch nicht erarbeitet bzw. bekannt gemacht. Es gibt allerdings Anhaltspunkte. So werden die Prio1-Gruppen aktuell versorgt. Es ist anzunehmen, dass die oben genannten Arztgruppen aus der ersten Priorisierungsstufe im Januar bzw. Februar angesprochen werden. In einem Zeitungsinterview hat Senatorin Bernhard erklärt, dass die Impfung der Personen aus Gruppe 2 „nicht vor März“ beginnt.

Auch das weitere Verfahren ist noch nicht finalisiert. Im Gespräch sind die Impfzentren bzw. Krankenhäuser als Ort der Impfung. Wir haben der Politik proaktiv angeboten, die Impfung der KV-Mitglieder und ihrer Praxismitarbeiter über die KV Bremen abzuwickeln. Dahinter steckt die Überlegung, das Verfahren zu beschleunigen.

Natürlich ist uns bewusst, dass das Ziel einer hohen Durchimpfung der Bevölkerung nur erreicht werden kann, wenn die Impfung gegen das Coronavirus dort vorgenommen wird, wo sie hingehört – in den Praxen der niedergelassenen Ärzte. Sobald ein Impfstoff in ausreichender Menge vorhanden ist, der nicht aufwändig gekühlt und aufbereitet werden muss und die Distribution geklärt ist, muss das Impfen in die Praxen verlagert werden. Dafür setzt sich die KV Bremen ein. Ende Januar wird die EU-Zulassung für einen vektorbasierten Impfstoff von AstraZeneca erwartet, der im Gegensatz zu den beiden bisher eingesetzten Vakzinen auch eine Lagerung im Kühlschrank ermöglicht. Wann Coronaimpfstoffe „praxistauglich“ im ambulanten Bereich genutzt werden können, ist allerdings heute seriös nicht zu beantworten.

Es bleiben einige offene Fragen und Unwägbarkeiten. Corona wird Sie in den Praxen noch eine Weile begleiten und belasten. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels. Wir hoffen, Sie in Sachen Coronaimpfung gut auf den aktuellen Stand gebracht zu haben und empfehlen Ihnen, sich weiter über die Mitteilungen der KV Bremen, insbesondere auf der Homepage, auf dem Laufenden zu halten.

 

Ihre
Dr. Bernhard Rochell                      Peter Kurt Josenhans