Weitere EBM-Anpassungen bei Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

24.01.2020 |

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat eine Praxisinformation zum organisierten Zervixkarzinomscreening veröffentlicht. Diese enthält unter anderem Informationen zum Leistungsanspruch von Patientinnen nach einer (Partial-) Hysterektomie.

Frauen nach zervixerhaltender Partialhysterektomie können an der Früherkennung des Zervixkarzinoms teilnehmen. Die Abrechnung erfolgt über die GOP 01761. Sollte anatomisch kein Gewebe des Zielorgans des Zervixkarzinomscreenings mehr sichtbar sein, ist als präventive Leistung lediglich die Früherkennung nach GOP 01760 – ohne Zytologie und HPV-Test –  berechnungsfähig.

Kontrolluntersuchungen zur Sicherung des Behandlungserfolges nach ambulanten Eingriffen, z.B. einer Konisation, sind kurative Untersuchungen und werden über kurative GOP gemäß Einheitlichem Bewertungsmaßstab (EBM) abgerechnet.

Bei Frauen nach einer totalen Hysterektomie kann die Untersuchung nach GOP 01761 gemäß organisierter Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (oKFE-RL) nicht durchgeführt werden. Diese Patientinnen (oder auch Patientinnen, die das Screening ablehnen) haben dennoch einen Anspruch auf die gynäkologische Krebsfrüherkennungsuntersuchung nach GOP 01760 ohne Zytologie und HPV-Test (gemäß Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL)).

Die GOP 01760 kann auch bei Frauen ab 35 Jahren in den zwei Jahren zwischen dem KO-Test des Zervixkarzinomscreenings durchgeführt werden.

Die Überweisung einer Patientin zur Abklärungskolposkopie bei auffälligen Befunden erfolgt mittels Muster 6 und der Kennzeichnung „präventiv“. Dem Kolposkopiker sind mit der Überweisung die Ergebnisse der Zytologie und des HPV-Tests für die Programmdokumentation zu übermitteln.

Informationen zur Zytologie und zum HPV-Test

Wie bisher werden Zytologen von Gynäkologen über das Muster 39 beauftragt. Der Überweisungsschein zur präventiven zytologischen Untersuchung entfällt. Ab dem 1. Januar 2020 löst das überarbeitete Muster 39 die bislang geltende Version ab. Die Abrechnungen der zytologischen Untersuchungen und HPV-Teste erfolgen auf Muster 39 (Scheinart 21).

Sollten HPV-Test und zytologische Untersuchung von verschiedenen Praxen durchgeführt werden, kann der HPV-Test mittels Muster 10 mit der Kennzeichnung „präventiv“ und unter Angabe des Erstveranlassers weiterüberwiesen werden. In diesem Fall erfolgt die Abrechnung des HPV-Tests auf Muster 10 (Scheinart 27). Dies gilt ausschließlich für die Weiterüberweisung des HPV-Tests durch Zytologen.

Die neugefasste GOP 32819 (Nachweis von HPV-DNA und/oder HPV-mRNA)wird ab 01.01.2020 mit 18,80 Euro (vorher 28,00 Euro) vergütet.

Die Transportkostenpauschale nach GOP 40100 kann nur von der Praxis abgerechnet werden, die den Auftrag zuerst annimmt. Bei Weiterüberweisungen ist diese unzulässig.

Die Praxisinformation der KBV mit weiteren Informationen und Übersichten finden Sie hier: https://www.kbv.de/html/43282.php.