Bund und Länder haben sich auf ein Entlastungspaket geeinigt, in dem acht Milliarden Euro für Kliniken und Pflegeeinrichtungen vorgesehen sind. In dem Beschluss vom 2. November werden Praxen mit keinem Wort erwähnt. „Es ist zweifelsohne richtig, die Krankenhäuser und Pflegeheime zu unterstützen, genau so richtig wäre es, den Praxen unter die Arme zu greifen, die ebenfalls in diesem Winter unverschuldet unter Druck geraten werden“, betonen die Vorstände der KV Bremen, Dr. Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans. Allerdings scheint die Politik auf diesem Auge blind zu sein. „Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten stemmen gemeinsam mit ihren Teams der Medizinischen Fachangestellten Tag für Tag unter enormen Belastungen die Versorgung der Patienten. Das wird aber von der Politik nicht gesehen und schon gar nicht geschätzt.“
Um auf die prekäre Lage aufmerksam zu machen, hat die KV Bremen Gesundheitspolitiker aus Bremen und Bremerhaven am gestrigen Abend zu einem Gespräch eingeladen. Die wichtigste Botschaft: „Auch Praxen müssen heizen und Gehälter zahlen. Dies gilt nicht nur für die Hochenergiefächer wie die Radiologie, Strahlentherapie, Labormedizin oder die Dialyse. Wer kann schon wollen, dass Praxen Leistungen und Sprechzeiten herunterfahren oder gar schließen müssen?“