Ausstattung und Finanzierung

19.09.2018 |

Für die Anbindung an die Telematikinfrastruktur sind verschiedene Komponenten erforderlich. Für alle gelten hohe Anforderungen an die Funktionalität und Sicherheit. Deshalb dürfen zum Beispiel nur Konnektoren und Kartenterminals genutzt werden, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert und von der gematik zugelassen sind.

 

Die Komponenten

Für den Anschluss an die TI benötigt jede Betriebsstätte und jede Nebenbetriebsstätte:

  • einen Konnektor, über den die Praxis an die Telematikinfrastruktur angebunden wird
  • mindestens ein Kartenterminal
  • einen Praxisausweis (SMC-B) zur Registrierung und Anmeldung
  • VPN-Zugangsdienst zur TI
  • Software-Update des Praxisverwaltungssystems (PVS)

Grundvoraussetzung für die TI ist ein Internetzugang. Ein einfacher DSL-Anschluss reicht dabei aus. Modem-, ISDN- oder UMTS-Verbindungen kön-nen zu Verbindungsfehlern führen. Dies haben auch die Tests gezeigt. Sollte das VSDM im Einzelfall aufgrund der schlechten Internetverbindung nicht möglich sein, erlischt die Pflicht zum VSDM für diesen konkreten Fall (vgl. Anlage 4a Bundesmantelvertrag-Ärzte).

 

Finanzierung

Ärzte und Psychotherapeuten müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Jede Praxis erhält eine Erstausstattungspauschale, die die Kosten für den Konnektor und für ein bis drei Kartenterminals umfasst.

2/2018 2.344,98 Euro (1909,98 Euro für Konnektor, 435,00 Euro für Terminal)
3/2018 2.154,00 Euro (1.719,00 Euro für Konnektor, 435,00 Euro für Terminal)
ab 4/2018 1.982,00 Euro (1.547,00 Euro für Konnektor, 435,00 Euro für Terminal)

Entscheidend dafür, welche Pauschale eine Praxis erhält, ist das Quartal des ersten Versichertenstammdatenabgleichs (VSDM) und nicht des Kaufvertrags oder der Lieferung des Konnektors. Außerdem: Die angegebenen Beträge decken die Kosten für einen Konnektor und für ein Kartenterminal. Für Praxen, die Anspruch auf 2 oder 3 Kartenterminals haben, erhöht sich die Erstausstattungspauschale pro Gerät um 435 Euro.

Hintergrund für die abgestaffelte Erstausstattungspauschale ist die Markt-entwicklung in diesem Bereich. Es wird erwartet, dass die Preise für die Konnektoren fallen, sobald weitere Anbieter auf den Markt kommen. Anderenfalls wollen KBV und Krankenkassen erneut verhandeln.

Hinweis zum Konnektor: Die Höhe der Erstausstattungspauschale, die eine Praxis erhält, richtet sich nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Technik, genauer gesagt nach dem Tag, an dem die Praxis erstmalig Versichertendaten auf der eGK abgleicht. Wann der Konnektor bestellt oder geliefert wird, ist dagegen nicht entscheidend. Zum Beispiel: Wird der Kaufvertrag im Januar 2018 unterschrieben und das erste VSDM erfolgt im April 2018, bekommt die Praxis für Konnektor und Kartenterminal 2.344,98 Euro, also die Pauschale für das zweite Quartal 2018.

Zusätzlich gibt es eine Starterpauschale von insgesamt 900 Euro, die die Kosten für das PVS-Software-Update, die Installation der Technik sowie den Zusatzaufwand der Praxen in der Startphase des VSDM umfasst.

Auch für die laufenden Betriebskosten erhalten Praxen Geld: für die Wartung und die notwendigen Updates des Konnektors sowie für den VPN-Zugangsdienst. Weitere laufende Pauschalen sind für den Praxisausweis (SMC-B) und den elektronischen Heilberufeausweis (eHBA) vorgesehen.

Ferner wird ein mobiles Kartenterminal finanziert, wenn Ärzte Haus- und Pflegeheimbesuche durchführen oder in ausgelagerten Praxisräumen tätig sind. Auch Anästhesisten, die Patienten in der Praxis eines anderen Arztes behandeln, haben Anspruch auf eine mobiles Gerät.

 

Alle Praxen haben Anspruch
Anspruch auf finanzielle Förderung haben alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten. Es wird jede genehmigte Betriebs- und Nebenbetriebsstätte mit den nötigen Komponenten ausgestattet. Ausgelagerte Praxisstätten erhalten ein mobiles Kartenterminal, das mit 350 Euro gefördert wird.

 

Finanzierung ab erstem VSDM

Finanziell gefördert wird eine Praxis ab dem Zeitpunkt, an dem sie erstmalig das VSDM durchgeführt hat. Ab dann hat sie Anspruch auf die Pauschalen für die Erstausstattung sowie die Pauschalen für den laufenden Betrieb. Dies gilt auch für den Praxisausweis und den eHBA.


Auszahlung der Finanzierung durch KV

Die Auszahlung der Erstausstattungs- und Betriebskostenpauschalen erfolgt durch die Kassenärztlichen Vereinigungen.

 

 

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