Bremer Arzneimittelregister (BAR) ist jetzt in vielen Praxissystemen integriert

07.06.2017 |

Vom Papier auf den Monitor: Das Bremer Arzneimittelregister (BAR) ist seit Anfang diesen Jahres auch in vielen Praxisverwaltungssystemen integriert. Damit können nun auch Fachärzte ihr Verordnungsverhalten bequem und schnell mit den evidenzbasierten Kriterien des BAR abgleichen.

Vor etwa zehn Jahren wurde das Bremer Arzneimittelregister (BAR) auf Bundesebene zum ersten Mal vorgestellt und erlangte viel Aufmerksamkeit. Auslöser für das BAR waren zahlreiche Anregungen von Bremer und Bremerhavener Hausärzten: Der offizielle Startschuss mit Pilotpraxen fiel im Jahr 2008. Seit 2011 läuft das BAR im Echtbetrieb.

Ziel des BAR ist, die Arzneimittelauswahl in der Praxis zu erleichtern, indem – nach Kriterien der evidenzbasierten Medizin und systematisch geordnet nach den häufigsten Indikationen in der hausärztlichen Praxis – Standard- und Reserve-Wirkstoffe, sowie Mittel für Spezialsituationen als Positiv- Empfehlungen gelistet werden. Dabei handelt es sich um ein lernendes System: Quartalsweise werden Anpassungen und gegebenenfalls Erweiterung vorgenommen, wobei das direkte Feedback der Anwender wichtig. Zu diesem Zweck findet regelmäßig das BAR-Forum statt, wo sich Pharmakologen und Ärzte austauschen.

Bisher lag das BAR als Papierform vor. Mit Beginn des ersten Quartals 2017 sind die Wirkstoff-bezogenen Informationen auch über viele Praxisverwaltungssysteme abrufbar. Nachfolgend haben wir Kurzanleitungen für diese Praxisverwaltungssysteme zusammengestellt: Medical Office, x.concept, Medistar, Albis, Turbomed und M1. Weitere Kurzanleitungen folgen, sobald die BAR-Datenbank in weiteren Praxissystemen integriert ist.

Insgesamt umfasst das BAR zirka 300 Einzelwirkstoffe sowie ungefähr 24 Kombinationen, welche wiederum 29 Indikationsgebieten aus dem hausärztlichen Alltag zugeordnet sind. Derzeit sind lediglich ein Teil dieser Indikationen in den Praxissystemen integriert. Außerdem sind lediglich die BAR-Kategorien eins bis vier enthalten.

Praxissysteme mit BAR (Stand Juni 2017)

Indikationen in den Praxissystemen (Stand Juni 2017)

  • Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer
  • Atemwegserkrankungen
  • Dementielle Erkrankungen
  • Diabetes Mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Grippe und Erkältungskrankheiten
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Osteoporose
  • Psychiatrische Erkrankungen

Kategorien im Bremer Arzneimittelregister

  • BAR-1: Standard-Wirkstoff (BAR-gelistet)
  • BAR-2: Reserve-Wirkstoff (BAR-gelistet)
  • BAR-3: Fachärztliche/Spezial-Wirkstoffe (BAR-gelistet)
  • BAR-4: Wirkstoff ohne BAR-Empfehlung in dieser Indikation
  • BAR-5: Wirkstoff in einer Indikation, die im BAR nicht adressiert wird
  • BAR-6: Homöopathische und pflanzliche Wirkstoffe, die im BAR nicht adressiert werden
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